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Sonntag, 14. Juni 2026

35 Jahre Städtebauförderung in Brandenburg

Potsdam
Hausansicht
Links: Das Haus in der Gutenbergstraße 25 vor der Sanierung im Jahr 1995. Rechts: Das Gebäude nach der Sanierung im Jahre 2019. Quelle: l: Sanierungsträger Potsdam; r: Mathias Marx

Die Städtebauförderung unterstützt Städte und Gemeinden in Brandenburg seit rund 35 Jahren bei der Erhaltung historischer Stadtkerne, der Erneuerung von Quartieren sowie der Entwicklung von Orten für sozialen Zusammenhalt.

Nach Angaben des zuständigen Ministeriums wurden seit 1991 insgesamt 401 Städte und Gemeinden mit rund 4,1 Milliarden Euro gefördert. Demnach hat die Förderung vor Ort erhebliche Investitionen angestoßen. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Euro Städtebauförderung im Durchschnitt etwa sieben Euro an privaten Investitionen nach sich zieht. Die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte werden dabei auch auf das Engagement zahlreicher Akteure vor Ort zurückgeführt.

Ausstellung am Brandenburger Tor

Im Rahmen einer Veranstaltung in Potsdam hat das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung das bisherige Engagement im Bereich der Städtebauförderung gewürdigt. Ergänzend wurde eine temporäre Ausstellung am Brandenburger Tor gezeigt, die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte dokumentiert.
Bauminister Robert Crumbach äußerte sich im Zusammenhang der Veranstaltung dahingehend, dass Städtebauförderung insbesondere dann wirksam sei, wenn finanzielle Unterstützung mit lokalen Ideen und Engagement zusammenkomme. Neben der Förderung komme es demnach auch auf das Mitwirken vor Ort an.

Die Städtebauförderung begleitet die Entwicklung in Brandenburg seit den frühen 1990er-Jahren. Nach Angaben des Ministeriums waren zu Beginn vielerorts erhebliche bauliche Schäden vorhanden. Inzwischen seien zahlreiche Stadtzentren weitgehend saniert worden, wenngleich Stadtentwicklung weiterhin als fortlaufender Prozess verstanden werde.

Förderprogramme und Engagement

Am Beispiel der Landeshauptstadt Potsdam wird auf deutliche städtebauliche Veränderungen seit den 1990er-Jahren verwiesen. Bereiche, die damals teilweise von Abriss bedroht waren, hätten sich unter anderem durch Sanierungen und Entwicklungsmaßnahmen verändert, darunter die Potsdamer Mitte, die Schiffbauergasse sowie die Gartenstadt Drewitz. Die Entwicklung dieser Bereiche sei über Jahre hinweg sowohl durch Förderprogramme als auch durch bürgerschaftliches Engagement begleitet worden.
Die Kunsthistorikerin Saskia Hüneke, die seit den 1990er-Jahren in verschiedenen städtischen Initiativen und Gremien aktiv ist, verweist auf die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements in der Stadtentwicklung. Nach ihrer Einschätzung seien zahlreiche Entwicklungen nur durch langjährige Diskussionen und gemeinsames Handeln möglich geworden. Nach ihrer Darstellung spiegele sich die städtebauliche Entwicklung heute in verschiedenen Stadträumen wider, die sowohl bauliche als auch gesellschaftliche Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte abbildeten.

Anforderungen an die Stadtentwicklung

Der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt der Landeshauptstadt Potsdam, Bernd Rubelt, weist darauf hin, dass sich die Anforderungen der Stadtentwicklung im Laufe der Zeit erweitert hätten. Neben dem Erhalt bestehender Strukturen gehe es heute unter anderem um die Schaffung von Wohnraum, die Anpassung an klimatische Veränderungen, die Sicherung von Infrastruktur sowie die Gestaltung öffentlicher Räume. Er betonte zudem die Bedeutung fortgesetzter Förderinstrumente von Bund und Land für die Bewältigung künftiger Aufgaben in den Kommunen und äußerte die Auffassung, dass bestehende Programme hierfür weiterhin eine wichtige Grundlage darstellten.

Im Anschluss an die Veranstaltung wird eine verkleinerte Ausstellung zur Städtebauförderung in den Bahnhofspassagen Potsdam gezeigt. Dort können Besucher vom 26. Mai bis zum 7. Juni Einblicke in ausgewählte Projekte aus 35 Jahren Städtebauförderung in Brandenburg erhalten, bevor die Ausstellung weiterreist.

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