35 Jahre Städtebauförderung: Wie Brandenburgs Städte ihr Gesicht veränderten
Brandenburgs Städte und Gemeinden haben in den vergangenen 35 Jahren einen bemerkenswerten Wandel erlebt. Wo Anfang der 1990er-Jahre vielerorts leerstehende Häuser, bröckelnde Fassaden und verfallende Stadtkerne das Bild prägten, finden sich heute sanierte Altstädte, lebendige Plätze und attraktive Wohnquartiere.
Anlass genug für das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, auf die Erfolge der Städtebauförderung zurückzublicken und den Menschen zu danken, die diesen Wandel möglich gemacht haben. Seit 1991 wurden 401 Städte und Gemeinden in Brandenburg mit rund 4,1 Milliarden Euro aus der Städtebauförderung unterstützt. Die Fördermittel lösten dabei weit mehr aus als reine Sanierungsmaßnahmen. Nach Angaben des Ministeriums zog jeder investierte Euro durchschnittlich rund sieben Euro an privaten Investitionen nach sich. Damit wurde nicht nur die bauliche Entwicklung vorangetrieben, sondern auch das Engagement vonBürgern, Unternehmen und Kommunen gestärkt.
Bei einer Festveranstaltung in Potsdam würdigte das Land Brandenburg die Leistungen der vergangenen Jahrzehnte. Bauminister Robert Crumbach betonte, dass Städtebauförderung nur dann erfolgreich sei, wenn finanzielle Unterstützung auf Ideen, Mut und Tatkraft vor Ort treffe. Die Menschen in Brandenburg hätten ihre Städte in den vergangenen 35 Jahren „Haus für Haus, Straße für Straße und Platz für Platz schöner gemacht“.
Die Städtebauförderung begleitet das Land seit einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. Nach der deutschen Einheit standen viele historische Gebäude leer oder waren vom Verfall bedroht. Heute gelten zahlreiche Stadtzentren als weitgehend saniert. Dennoch sei Stadtentwicklung eine Daueraufgabe, die auch künftig erhebliche Anstrengungen erfordere.
Wie stark sich Brandenburgs Städte verändert haben, zeigt sich besonders in Potsdam. Stadtteile und Quartiere wie die zweite barocke Stadterweiterung, die Potsdamer Mitte, die Schiffbauergasse oder die Gartenstadt Drewitz prägen heute das Stadtbild. In den frühen 1990er-Jahren standen viele dieser Bereiche noch vor großen Herausforderungen.
Zu den prägenden Stimmen dieses Wandels gehört die Kunsthistorikerin Saskia Hüneke. Seit der Wende engagiert sie sich für den Erhalt der historischen Bausubstanz und die Entwicklung der Potsdamer Innenstadt. Viele der heute selbstverständlichen Stadtbilder seien das Ergebnis intensiver Diskussionen und eines langen gesellschaftlichen Ringens um den richtigen Weg gewesen, sagt sie. Hinter sanierten Fassaden und neu gestalteten Plätzen stünden immer auch die Geschichten der Menschen, die sich für ihre Stadt eingesetzt haben.
Die Herausforderungen der Zukunft unterscheiden sich jedoch von denen der vergangenen Jahrzehnte. Während zunächst die Rettung historischer Gebäude im Vordergrund stand, geht es heute verstärkt um bezahlbaren Wohnraum, Klimaanpassung und die Gestaltung lebenswerter öffentlicher Räume. Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt sieht deshalb weiterhin einen hohen Bedarf an Fördermitteln. Die Aufgaben seien komplexer geworden und erforderten langfristige sowie ausreichend ausgestattete Programme von Bund und Ländern.
35 Jahre nach dem Start der Städtebauförderung zieht das Land Brandenburg damit eine positive Bilanz. Gleichzeitig macht das Jubiläum deutlich, dass die Gestaltung lebenswerter Städte und Gemeinden auch in der Zukunft eine zentrale Aufgabe bleiben wird.





