60 Denkmale öffnen ihre Türen: Potsdam lädt zum Entdecken ein
Einmal dort hineinschauen, wo sonst kaum jemand Zutritt bekommt: Der Tag des offenen Denkmals macht auch in Potsdam zahlreiche historische Orte zugänglich. Insgesamt 60 Denkmale beteiligen sich in diesem Jahr an dem bundesweiten Aktionstag. Im Fokus stehen diesmal technische Bauwerke, historische Verkehrswege und Orte, an denen Menschen einst und heute miteinander verbunden werden.
Zu den besonderen Teilnehmern gehören unter anderem der Kontrollturm der ehemaligen Grenzübergangsstelle Nedlitz, das Potsdamer Wasserwerk, die Bahnhöfe Potsdam-Charlottenhof und Satzkorn sowie der Bürgerbahnhof im Park Sanssouci. Auch der Große Refraktor, der Optische Telegraph und der Helmertturm auf dem Telegrafenberg können besichtigt werden.
Geschichte wird dabei nicht nur in Gebäuden sichtbar. Der historische Schlepp-Lastkahn „Sturmvogel“, die Miniaturfregatte „Royal Louise“ und der Lindner-Motorwagen von 1907 gehören ebenfalls zum Programm.
Helmertturm wird für Forschung fit gemacht
Besonders im Mittelpunkt stand bei der Vorstellung des Denkmaltages der Helmertturm auf dem Telegrafenberg. Das 1893 eingeweihte Bauwerk war Teil des Königlich Preußischen Geodätischen Instituts und spielte eine zentrale Rolle bei der Landesvermessung.
Seit 2023 wird das Technikdenkmal umfassend saniert. Künftig soll der Turm wieder für die Satellitenbeobachtung genutzt werden. Eine neue Kuppel soll moderne Instrumente aufnehmen und gleichzeitig die historische Bausubstanz sichern.
„Der Helmertturm ist sowohl technisch als auch baukünstlerisch ein herausragendes Denkmal in Brandenburg“, sagte Dr. Viviane Taubert vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Die Sanierung verbinde die historische Substanz mit einer neuen wissenschaftlichen Nutzung.
Damit bekommt der historische Ort wieder eine Aufgabe, die zu seiner Geschichte passt: Einst war der Helmertturm ein zentraler Punkt für die Vermessung der Erde, künftig soll hier wieder aktiv geforscht werden.
Eröffnung mit Blick auf die Villa Ingenheim
Offiziell eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals am 13. September um 10.00 Uhr im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in der Zeppelinstraße. Im Mittelpunkt steht dort die Villa Ingenheim, die beispielhaft für das diesjährige Motto steht.
Im Anschluss sind Führungen durch den Park um 11.30 und 13.30 Uhr geplant. Darüber hinaus gibt es in Potsdam zahlreiche weitere Führungen, Vorträge, Kinderangebote und Musik.
Der Besuch der Denkmale und die meisten Angebote sind kostenfrei. Kostenpflichtige Spezialangebote sind entsprechend gekennzeichnet. Spenden für den Erhalt der historischen Orte sind willkommen.
Der Tag des offenen Denkmals wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert und findet traditionell am zweiten Sonntag im September statt.
Das vollständige Programm mit allen 60 Potsdamer Denkmalen, Öffnungszeiten und Angeboten gibt es im städtischen Veranstaltungskalender.






