Altersgerechtes Wohnen in Potsdam: Tausende Wohnungen sind nicht fit für Senioren
Für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben im Alter spielt die eigene Wohnung eine entscheidende Rolle. Doch genau hier besteht in Potsdam erheblicher Nachholbedarf. Nach einer aktuellen Analyse des Pestel-Instituts verfügen nur rund 13.700 der knapp 104.600 Wohnungen in der Landeshauptstadt über die Voraussetzungen, die älteren Menschen ein möglichst sicheres und selbstständiges Wohnen ermöglichen.
Besonders mit Blick auf die Gesundheit von Senioren sehen Experten Handlungsbedarf. In den kommenden zehn Jahren werden rund 24.400 Menschen in Potsdam das Rentenalter erreichen. Viele von ihnen möchten auch bei körperlichen Einschränkungen oder Pflegebedarf möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben. Dafür müssen Wohnungen jedoch barrierearm gestaltet sein.
Ein zentrales Gesundheitsrisiko sind Stürze im häuslichen Umfeld. Gerade Badezimmer gelten als Gefahrenzone. Bodengleiche Duschen können das Unfallrisiko deutlich reduzieren und den Alltag für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erleichtern. Dennoch verfügen derzeit nur rund 29.600 Wohnungen in Potsdam über eine solche altersgerechte Dusche. Damit erfüllt nur etwas mehr als jede vierte Wohnung eines der wichtigsten Kriterien für gesundes Wohnen im Alter.
Auch zu enge Flure, schmale Türen oder kleine Küchen und Bäder können die Selbstständigkeit älterer Menschen erheblich einschränken. Wer auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist, stößt in vielen Wohnungen schnell an Grenzen. Dies kann nicht nur die Lebensqualität mindern, sondern auch das Risiko für Unfälle und gesundheitliche Probleme erhöhen.
„Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben“, betont Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel. Altersgerechte Wohnungen seien deshalb ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und könnten helfen, einen Umzug in eine Pflegeeinrichtung hinauszuzögern oder sogar zu vermeiden.
Die Experten fordern deshalb eine umfassende Förderung für den altersgerechten Umbau bestehender Wohnungen. Insbesondere Bäder sollten modernisiert und Barrieren abgebaut werden. Nach Ansicht des Pestel-Instituts reichen die bisherigen Fördermöglichkeiten dafür nicht aus. Stattdessen seien deutlich höhere Zuschüsse notwendig, um Senioren dabei zu unterstützen, ihre Wohnungen rechtzeitig an die Anforderungen des Alters anzupassen.
Aus Sicht der Fachleute geht es dabei nicht nur um Wohnkomfort, sondern um Gesundheit, Sicherheit und slebstverständlich Lebensqualität. Denn eine altersgerechte Wohnung kann entscheidend dazu beitragen, dass ältere Menschen länger mobil bleiben, Stürze vermeiden und ihren Alltag selbstständig gestalten können.





