Alttextilien in Potsdam: Was gehört denn nun eigentlich in den Altkleidercontainer?
Der Kleiderschrank wird ausgemistet, eine alte Jeans liegt in der Hand – und plötzlich stellt sich die Frage: Altkleidercontainer oder Restmüll? Seit Einführung der Getrenntsammelpflicht für Alttextilien im Jahr 2025 herrscht bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern Unsicherheit. Der Tag der Alttextilien am 25. August bietet Anlass, genauer hinzuschauen.
Grundsätzlich gilt: Tragbare und gut erhaltene Kleidung gehört in den Altkleidercontainer. Zerschlissene, stark verschmutzte oder vollständig unbrauchbare Textilien dürfen dagegen weiterhin über den Restmüll entsorgt werden. Ein zerrissenes T-Shirt oder eine löchrige Socke gehört nicht in den Container. Falsch entsorgte Textilien können die Sammelqualität mindern, Sortierung und Recycling erschweren und dazu führen, dass wertvolle Materialien verloren gehen.
Potsdam setzt auf wohnortnahe Sammlung
Potsdam hält weiterhin an der bewährten Containersammlung fest. An 114 Standorten stehen insgesamt 174 Container für die wohnortnahe Abgabe bereit. „Jede und jeder kann somit mit einer bewussten Abgabe seiner Alttextilien aktiv etwas für Umwelt und Ressourcenschutz tun“, sagt Nicole Prestin, Bereichsleiterin des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers.
Rund 800 Tonnen Alttextilien werden in Potsdam jährlich gesammelt und weiterverarbeitet. Nach einer aufwendigen, mehrstufigen Sortierung können etwa 70 Prozent als tragfähige und wiederverwendbare Kleidung in den Second-Hand-Markt gelangen.
Nachhaltigkeit beginnt beim Einkauf
Damit dieses System funktioniert, beginnt nachhaltiger Umgang mit Kleidung bereits beim Einkauf. Wer bewusst kauft und auf langlebige Qualität setzt, trägt dazu bei, dass weniger Textilien frühzeitig zu Abfall werden. Gleichzeitig bleibt mehr gut erhaltene Kleidung für den Second-Hand-Markt verfügbar.
Auch auf europäischer Ebene soll sich der Umgang mit Textilien verändern. Die EU plant eine erweiterte Herstellerverantwortung, durch die Produzenten stärker für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte – von der Herstellung bis zur Entsorgung – verantwortlich werden sollen.
Eine große Herausforderung bleibt die sogenannte Ultra-Fast-Fashion. Große Mengen sehr günstiger und kurzlebiger Kleidung, häufig aus schwer recycelbaren Materialmischungen, erschweren sowohl das Recycling als auch einen funktionierenden Second-Hand-Markt.
Der Tag der Alttextilien zeigt deshalb: Nachhaltigkeit beginnt nicht erst am Container. Bewusst einkaufen, Kleidung lange nutzen, gut erhaltene Stücke weitergeben und unbrauchbare Textilien richtig entsorgen – jeder Schritt zählt.
Fragen zur richtigen Entsorgung?
Weitere Informationen gibt es unter www.potsdam.de/abfallentsorgung.
Die Abfallberatung ist unter 0331/289-1796 oder per E-Mail an abfallberatung@rathaus.potsdam.de erreichbar.⇥red






