Arbeit, Zwang und Widerstand
Vom 1. Juni bis 5. Juli zeigt die Stadtbibliothek Wildau eine Ausstellung der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden.
Die Ausstellung „Žadkevic und Andere. Arbeit, Zwang und Widerstand“, die ab dem 1. Juni in der Stadtbibliothek, Friedrich-Engels-Straße 78, zu sehen sein wird, beschäftigt sich mit einer Widerstandsgruppe von Zwangsarbeitern, die während des Nationalsozialismus vor allem in Berlin, aber auch in Wildau und Oranienburg eingesetzt waren.
Eine besondere Rolle spielen dabei die mit Wildau verbundenen Personen Halina (Galina) Romanowa, Nikolai Romanenko und Alexej Kalenytschenko, die sich aus dem Lager der damaligen Berliner Maschinenbau AG in Wildau kannten. Romanowa arbeitete als Lagerärztin und knüpfte Kontakte zwischen verschiedenen Gruppen von Zwangsarbeitern. Gemeinsam mit dem tschechisch-russischen Chemiker Konstantin Žadkevic entstand 1943 eine Widerstandsgruppe, die Kontakte zur deutschen Widerstandsorganisation „Europäische Union“ um Robert Havemann unterhielt.
Im Oktober 1943 wurde die Gruppe durch die Gestapo zerschlagen. Žadkevic, Romanowa und Romanenko wurden zum Tode verurteilt und 1944 ermordet. Viele Jahrzehnte blieb ihre Geschichte nahezu unbekannt. Erst durch neu zugängliche Quellen und Forschungen konnte ihr Schicksal rekonstruiert werden.
Die Ausstellung der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden macht diese Geschichte sichtbar und stellt dabei insbesondere auch die lokalen Bezüge zu Wildau heraus. Damit knüpft sie zugleich an den seit 2021 bestehenden Gedenkort in Wildau an.
Eröffnung am 5. Juni
Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung am 5. Juni um 15 Uhr ist eine öffentliche Führung mit der Kuratorin der Ausstellung geplant, die die Ausstellung erläutern und sicher auch auf die Wildauer Bezüge eingehen wird. Darüber hinaus soll die Ausstellung auch in die Projektwoche der Ludwig Witthöft Oberschule Wildau eingebunden werden.





