Arbeitslosigkeit geht zurück – doch eine Entwicklung bereitet Experten Sorgen
Der Brandenburger Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin stabil. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit lag die Arbeitslosenquote im Juni 2026 bei 6,3 Prozent und damit leicht unter dem Wert des Vormonats (6,4 Prozent). Bereits im April hatte die Quote noch 6,5 Prozent betragen. Damit setzt sich der leichte Rückgang im zweiten Quartal fort.
Insgesamt waren im Juni 85.441 Menschen in Brandenburg arbeitslos gemeldet. Das sind 952 Personen weniger als im Mai, allerdings 205 mehr als im Juni des Vorjahres. Von den Arbeitslosen waren 36.497 Frauen und 48.944 Männer.
Arbeitsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase bewertet die Entwicklung positiv. Trotz wirtschaftlicher Umbrüche und tiefgreifender Veränderungen in vielen Branchen zeige sich der Brandenburger Arbeitsmarkt weiterhin robust. Während in anderen deutschen Industrieregionen die Arbeitslosigkeit steige und die Beschäftigung zurückgehe, profitiere Brandenburg von seiner breit aufgestellten Wirtschaftsstruktur.
Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen für die Unternehmen im Land. Nach Ansicht von Arbeitsstaatssekretärin Haase kommt der beruflichen Weiterbildung deshalb eine Schlüsselrolle zu. Sie könne helfen, bestehende Lücken zwischen den Qualifikationen von Beschäftigten und den Anforderungen der Betriebe zu schließen.
Eine wichtige Unterstützung bietet dabei das in Potsdam ansässige Zukunftszentrum Brandenburg. Die Einrichtung berät kostenfrei Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen bei den Herausforderungen des digitalen, ökologischen und demografischen Wandels. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe sowie Pflegeeinrichtungen profitieren von den Angeboten. Neben individueller Beratung entwickelt das Zentrum auch passgenaue Weiterbildungskonzepte direkt in den Betrieben.
Die stabile Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in den aktuellen Konjunkturberichten der Handwerkskammern Ostbrandenburg, Potsdam und Cottbus wider. Demnach bleibt die Beschäftigung im Handwerk weitgehend konstant. Allerdings belasten steigende Kosten, eine zurückhaltende Investitionstätigkeit und die wirtschaftliche Unsicherheit viele Betriebe.
Sorgen bereitet zudem die Entwicklung bei den jungen Arbeitslosen. Die Zahl der 15- bis unter 25-Jährigen ohne Arbeit stieg im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 8.240 Personen. Die Zahl der Arbeitslosen ab 50 Jahren blieb mit 30.414 Betroffenen dagegen nahezu unverändert.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die berufliche Qualifizierung weiter an Bedeutung. Politik und Wirtschaft setzen darauf, dass Weiterbildung und lebenslanges Lernen dazu beitragen, den Fachkräftebedarf zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Brandenburger Unternehmen langfristig zu stärken. Mehr Informationen: https://www.zukunftszentrum-brandenburg.de/






