Babylotsinnen am EvB Potsdam: Unterstützung für Familien rund um die Geburt
Die Geburt eines Kindes ist ein besonderer Moment. Für werdende und frischgebackene Eltern beginnt damit aber auch eine neue Lebensphase, die viele Fragen und manchmal auch Sorgen mit sich bringt. Seit Anfang September gibt es am Klinikum Ernst von Bergmann (EvB) in Potsdam ein neues Unterstützungsangebot: Zwei Babylotsinnen begleiten Familien während der Schwangerschaft und nach der Geburt.
Petra Merz und Ursula Zierl sind in der Geburtshilfe und in der Neonatologie tätig. Sie helfen Eltern, wenn diese Unterstützung bei organisatorischen, sozialen oder finanziellen Fragen benötigen. Dabei geht es beispielsweise um Ängste und Unsicherheiten, finanzielle Belastungen oder die Suche nach einer geeigneten Beratungsstelle. Die Babylotsinnen informieren, hören zu und vermitteln bei Bedarf den Kontakt zu Hilfsangeboten. Das Angebot sei bewusst niedrigschwellig. Familien müssten nicht erst selbst herausfinden, welche Unterstützung für sie infrage kommt.
Hilfe auch in schwierigen Situationen
Besonders hilfreich kann die Begleitung sein, wenn der Start ins Familienleben nicht problemlos verläuft. Wird ein Baby beispielsweise zu früh geboren oder muss wegen einer Erkrankung länger im Krankenhaus bleiben, stehen Eltern häufig vor zusätzlichen Belastungen. In diesen Situationen können die Babylotsinnen erste Ansprechpartnerinnen sein. „Insbesondere dann, wenn der Start ins Familienleben aufgrund einer Frühgeburt oder eines kranken Neugeborenen schwierig ist, sind die Babylotsinnen wichtige Ansprechpersonen für Mütter und Väter“, sagt Dr. med. David Szekessy, Departmentleiter der Neonatologie. Das Projekt soll möglichst früh ansetzen. Deshalb ist geplant, die Babylotsinnen künftig auch in gynäkologischen Praxen der Poliklinik Ernst von Bergmann einzusetzen.
Unterstützung für Eltern und Klinikteam
Prof. Dr. med. Dorothea Fischer, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, sieht in dem Angebot eine wichtige Ergänzung der medizinischen Versorgung: „Babylotsinnen stehen für einen guten Start ins Leben. Sie nehmen Last von den Schultern der Eltern, und zwar ganz niederschwellig und dort, wo es nötig ist.“ Auch für das Klinikpersonal sind die Babylotsinnen eine zusätzliche Unterstützung. Die Beratung der Babylotsinnen ist freiwillig, vertraulich und kostenlos.
Das Programm Babylotse wurde bereits 2007 in Hamburg gestartet. Inzwischen gibt es das Angebot an mehr als 100 Geburtskliniken in Deutschland. Am Klinikum Ernst von Bergmann ist „Babylotse integrativ“ zunächst als dreijähriges Projekt angelegt.






