Bald trainieren in Königs Wusterhausen die Zollbeamten von morgen
Am 6. Mai wurde im „Königspark“ der erste Spatenstich für das Trainingseinsatzzentrum der Generalzolldirektion gesetzt. 2028 sollen hier bereits die ersten Zollbeamten für ihren Einsatz geschult werden.
In einem Jahr will man sich zum Richtfest in der Halskestraße wiedertreffen: Am 6. Mai wurde am Nordkopf des „Königsparks“ im Beisein von Bürgermeisterin Michaela Wiezorek und Staatsministerin Elisabeth Kaiser aber erst einmal der erste Spatenstich für das neue Trainingseinsatzzentrum der Generalzolldirektion gesetzt. Auf einer Fläche von rund 13.500 Quadratmetern baut dort die Goldbeck GmbH bis 2028 im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein Einsatztrainingsgebäude, eine Sporthalle und eine Raumschießanlage.
„Eigentlich sollte das Trainingszentrum in Stahnsdorf entstehen“, erklärt Norbert Pape, Projektverantwortlicher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Der Plan hatte sich jedoch zerschlagen und innerhalb von nur neun Monaten wurde nicht nur das passende Grundstück in Königs Wusterhausen gefunden, sondern es lag auch die Baugenehmigung vor. Innerhalb von kürzester Zeit musste auch der Bauplan an den neuen Standort angepasst werden.
Einmal planen, elfmal bauen
Dies war nur möglich, da die Firma Goldbeck im Anpassen der Bauplanung bereits einige Erfahrung sammeln durfte. Das geplante Trainingszentrum in Königs Wusterhausen ist nämlich nur eines von elf, die das Bielefelder Bauunternehmen zurzeit deutschlandweit in serieller Bauweise entstehen lässt. Durch Standardisierung und Vorfertigung der Bauelemente können die Zoll-Gebäude leicht angepasst und in Serie gebaut werden.

Torsten Müller, Hauptstellenleiter für Potsdam bei der BImA, betont, dass beim Neubau eine intelligente und ressourcenschonende Bauweise im Fokus stünden. Verwendet werden unter anderem Trockenbauwänden aus gepresstem Stroh und Holzbaustoffe. Die Dachflächen und Carports werden mit Photovoltaik-Modulen ausgerüstet sowie Ladepunkte für Elektrofahrzeuge installiert. Der Außenbereich wird umweltfreundlich gestaltet und bepflanzt. Totholzhaufen bieten ein Zuhause für Tiere, und die Bewässerung der Außenanlagen kann aus den eigenen Zisternen gespeist werden.
„Heute wird ein sichtbares Zeichen für die zukunftsfähige Entwicklung des Landes gesetzt“, betont Elisabeth Kaiser. Der Zoll, mit allen seinen vielfältigen Aufgabenbereichen, sei ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Staates. Dafür sei eine moderne und realitätsnahe Ausbildung unerlässlich.
Die Einsatzbereiche der Zollbeamten sind weit gestreut und reichen von der Kontrolle im Reiseverkehr über die Zollabfertigung bis zur Finanzkontrolle Schwarzarbeit sowie Vollstreckung und Verbraucherschutz.

Einsatztrainingszentrum des Zolls soll moderne Ausbildung ermöglichen
„Der Standort in Königs Wusterhausen ist eine bewusste strukturpolitische Weichenstellung“, so Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland. Solche Zentren brächten nach ihrer Erfahrung auch immer Perspektiven für Arbeitsplätze, Investitionen und Kooperationen mit sich. „Also einen echten Mehrwert für die regionale Wirtschaft.“
Nach Fertigstellung des Zoll-Trainingszentrums sollen 1.400 Menschen in Königs Wusterhausen davon profitieren – darunter nicht nur Zollbeamte aus der unmittelbaren Region, sondern beispielsweise auch aus Potsdam, Berlin und Magdeburg. „50 Einsatzkräfte werden den Standort leiten“, so Tim Bretschneider, Leiter Hauptzollamt Potsdam, der Bürgermeisterin Michaela Wiezorek versprach, nach Inbetriebnahme ein guter Arbeitgeber vor Ort zu sein.
Diese freut sich, dass neben der geplanten Feuerwehrhauptwache, die im Zuge der Quartiersentwicklung „Königspark“ entstehen soll, mit dem Zoll-Trainingszentrum noch ein Ort entsteht, der das Sicherheitsgefühl der Königs Wusterhausener Bürgern stärken wird. Es sei wichtig, besonders in so unsicheren weltpolitischen Zeiten, vor Ort Stabilität, Zusammenhalt und Vertrauen zu stärken und das auch nach außen zu tragen. „Das Einsatztrainingszentrum wird die Bildungslandschaft vor Ort bereichern“, ist sich die Bürgermeisterin sicher.





