Begehbare Zeit-Räume
Vom 19. bis 25. Mai lädt Rainer Düvell auf dem Rathausplatz in Zeuthen dazu ein, sich in Dialogräumen mit den Themen Demokratie, Erinnerung und Zukunft auseinanderzusetzen.
Unter dem Titel „Grenzerfahrung – Wahrnehmung Deutsche Einheit“ werden vom 19. bis 25. Mai Dialogräume für Demokratie, Erinnerung und Zukunft erlebbar sein. Rund um den Jahrestag des Grundgesetzes (23./24. Mai 1949) ist das Projekt am Rathausplatz Zeuthen an der Seestraße zu erleben.
„Seit dem 3. Oktober 1990 gilt das Grundgesetz für alle 16 Bundesländer – mit unterschiedlichen Erfahrungszeiträumen: 77 Jahre in Bundesländern mit BRD-Wurzeln, 36 Jahre in Ländern mit DDR-Herkunft. Diesen gemeinsamen und sehr vielfältigen Erfahrungshorizont machen begehbare ‚Zeit-Räume‘ sichtbar und laden zum Austausch ein — von 1945 über 1949, 1989 – 1990 bis heute“, erklärt Rainer Düvell die Idee hinter seinem Projekt. In den Dialog-Räumen des Berliner Architekten und Bildhauers können Besucher innerhalb einer begehbaren Installation, einer Wahrnehmungswerkstatt und im Gespräch mit Zeitzeugen tiefer in die Themenwelten eintauchen.
Dazu sind vom 19. bis 25. Mai verschiedene Aktionen geplant und Gäste eingeladen.
Einblicke und Gespräche mit prominenten Gästen
Am Dienstag, 19. Mai, ab 15 Uhr berichtet Thommy Thiele, Vorsitzender des Kreisjugendrings Dahme-Spreewald, von der Jugend- und Bildungsarbeit, von den Erfahrungen junger Menschen mit gesellschaftlichen Veränderungen sowie über Chancen und Herausforderungen für die nächsten Generationen.
Gerhard Ringmann, ehemaliger Leiter des Büros des früheren Ministerpräsidenten Manfred Stolpe, berichtet am Mittwoch, 20. Mai, ab 15 Uhr über Erfahrungen gesellschaftlicher Umbrüche, Verantwortung in Zeiten des Wandels sowie persönliche und gesellschaftliche Belastungen und deren Bewältigungen.
Am Donnerstag, 21. Mai, ab 15 Uhr ist Markus Meckel, ehemaliger Außenminister der DDR, zu Gast. Schwerpunkt sind sein Blickwinkel und seine Erfahrungen der politischen Umbruchzeit 1989-90, besonders im Hinblick auf seine persönliche politische Aktivität, die Perspektive einer neuen Verfassung und das nun gültige Grundgesetz.
Bei der Zeitzeugin und Publizistin Katrin Rohnstock geht es am Freitag, 22. Mai, ab 16.30 Uhr, ausgehend von ihrem Buch „Der große Schock. Ostdeutsche erzählen von den Folgen der Treuhand-Politik“ um biografische Erfahrungen von Verlust, Neuanfang und Würde sowie die Bedeutung des Erinnerns für das Verständnis gesellschaftlicher Veränderungen.
Am Samstag, 23. Mai, sind Besucher anlässlich des 77. Jahrestag des Grundgesetzes ab 15 Uhr zu einem Wahrnehmungsdialog eingeladen.
Am Sonntag, 24. Mai, sind Kunst- und Politikinteressierte eingeladen, die Installation zu Besuchen und den offenen Raum als Einladung für Gespräche und zum Austausch persönlicher Erinnerungen wahrzunehmen.
Am letzten Tag, Montag, 25. Mai, wird der Abschluss der Projektwoche mit einer Lesung begangen. Der Autor Aron Boks, dessen Urgroßonkel der Maler Willi Sitte war, wird aus seinem Buch „Starkstromzeit“ lesen. Daneben wird nochmals ein Rückblick auf die Begegnungen der vergangenen Tage geworfen.
„Besonders wichtig sind uns die Jugendlichen im Dialog mit den Zeitzeugen“, erklärt Rainer Düvell seinen Projektfokus. „Neben den Gesprächen sind wir täglich ab 10 Uhr vor Ort für spontane Gäste oder Gruppen, die zu anderen Zeiten kommen wollen.“
Mehr Informationen zum Projekt
Das Projekt wird getragen vom Verein für Wahrnehmung – Kunst – Dialog und unterstützt durch die Gemeinde Zeuthen, die Sparkassenstiftung Dahme-Spreewald und Brandenburgs Landeszentrale für politische Bildung.
Mehr Informationen zum Projekt und zu Rainer Düvell gibt es auf www.transform-info.de/project/wahrnehmung-deutsche-einheit/.





