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Freitag, 15. Mai 2026

Den Europapokal im Blick

Dahme-Spreewald, Königs Wusterhausen
Spielgeschehen zwischen Netzhoppers und Berlin Recycling Volleys
Die Energiequelle Netzhoppers haben sich im zweiten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie den Berlin Recycling Volleys mit 1:3 geschlagen geben müssen. Vor einer ausverkauften Paul-Dinter-Halle mit 1.030 Zuschauern bot sich über 95 Minuten ein intensives und emotionales Duell auf hohem Niveau. Trotz des Ausscheidens überwog aus Sicht der Netzhoppers der Stolz über einen leidenschaftlichen Auftritt und eine starke Gesamtentwicklung. Foto: Anika Kreschel

Die Energiequelle Netzhoppers aus Königs Wusterhausen feierten einen erfolgreichen Saisonabschluss 2025/26 und haben ambitionierte Ziele für die Zukunft.

Mit rund 100 Gästen haben die Energiequelle Netzhoppers ihre Saison 2025/26 in stimmungsvoller Atmosphäre abgeschlossen und dabei auf eine Spielzeit zurückgeblickt, die in vielerlei Hinsicht als bedeutender Entwicklungsschritt einzuordnen ist. Geschäftsführer Dirk Westphal führte durch den Abend und zeichnete das Bild einer Saison, die sowohl sportlich als auch strukturell neue Maßstäbe setzte.
Im sportlichen Bereich untermauerten die Netzhoppers einmal mehr ihre Konstanz in der Volleyball-Bundesliga. Mit der 15. Playoff-Teilnahme im 19. Bundesliga-Jahr sowie einem Punkteschnitt von 1,54 Punkten pro Spiel – dem zweitbesten Wert der Vereinsgeschichte – konnte der eingeschlagene Weg eindrucksvoll bestätigt werden. Ergänzt wird diese Bilanz durch die längste Siegesserie von fünf Erfolgen sowie neun Spiele in Folge mit Punktgewinnen.
Westphal ordnete diese Entwicklung selbstbewusst ein: „Wir sind voll im Plan und übertreffen unsere eigenen Erwartungen jedes Jahr aufs Neue.“

Auch abseits des Spielfelds entwickelte sich der Verein sichtbar weiter

Mit 2.048 Zuschauern beim Derby im Dezember sowie insgesamt 12.032 Besuchern und einem Schnitt von 803 Fans pro Spiel stellten die Netzhoppers gleich mehrere neue Bestmarken auf. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Empfinden der Spieler wieder. Vereinslegende Theo Timmermann beschreibt die Veränderung im Umfeld deutlich: „Man spürt deutlich mehr Support. Es kommen immer mehr Leute zu den Spielen, viele junge Menschen. Es fühlt sich wieder so an, als würde man wirklich für und in seiner Heimat spielen.“ Gleichzeitig erinnert er an ruhigere Zeiten: „Es gab Phasen, da war es sehr still in der Halle und man hatte das Gefühl, es geht nicht richtig voran. Jetzt merkt man, dass der Verein wieder Rückhalt bekommt.“

Auch innerhalb der Mannschaft ist die positive Entwicklung klar erkennbar. Kapitän Hannes Gerken blickt auf einen langfristigen Prozess zurück: „Nach der Insolvenz hatten wir ein schwieriges Übergangsjahr, dann kam ein großer Schritt nach vorne. Und ich glaube, auch in dieser Saison haben wir uns wieder deutlich weiterentwickelt – auch wenn es tabellarisch vielleicht nur ein Platz war.“ Besonders hebt er die gewachsene Stabilität hervor: „Wir haben das, was wir uns erarbeitet haben, gefestigt – als Team auf dem Feld und auch im Verein. Insgesamt geht alles klar in die richtige Richtung.“
Für die kommende Saison sieht Gerken vor allem die Konstanz als zentrale Herausforderung: „Das was wir aufgebaut haben, zu halten, ist der schwierigste Teil. Wenn man das über mehrere Jahre schafft, zeigt es das im Verein vieles richtig läuft.“ Gleichzeitig formuliert er ambitionierte Ziele: „Im Optimalfall setzen wir noch einen drauf und können Richtung Platz fünf oder sechs schauen – vielleicht sogar mit Blick auf den Europapokal.“

Neben der sportlichen Entwicklung betont Gerken auch die besondere Rolle der Fans und Emotionen: „Das Schönste ist, gemeinsam diese Emotionen zu erleben – enge Spiele, knappe Sätze, wenn die Halle anfängt zu beben. Je mehr Leute kommen, desto intensiver wird das.“ Diese Verbindung zwischen Team, Fans und Region sei ein zentraler Bestandteil des Erfolgs: „Man fühlt eine Verbundenheit mit der Region – das ist einer der schönsten Aspekte.“

Saison der Entscheidung und Blick nach vorn

Trotz aller positiven Entwicklungen machte Geschäftsführer Dirk Westphal deutlich, dass der Verein vor einer richtungsweisenden Phase steht. Die kommende Spielzeit bezeichnete er klar als „Saison der Entscheidung“: „Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir uns intensiv mit der Zukunft beschäftigen müssen. In der nächsten Saison müssen wir die Weichen stellen, um dem Standort nachhaltig eine Perspektive zu geben und auch den Spielern, die uns ihr Vertrauen schenken.“
Dabei fand Westphal auch deutliche Worte zur strategischen Ausrichtung des Vereins: „Ich habe keine Lust, von Jahr zu Jahr ein Ausbildungsverein zu sein. Wenn wir uns damit zufriedengeben, werden wir uns immer limitieren und auf der Stelle treten.“ Als zentralen Faktor benennt er die infrastrukturellen Rahmenbedingungen, insbesondere die Heimspielstätte: „Wenn wir es nicht schaffen, in der nächsten Saison in diesem Punkt Fortschritte zu erzielen, dann sind meine Kräfte und meine Motivation auch aufgebraucht.“
Auch im Trainingsbereich sieht er dringenden Handlungsbedarf: „Unsere aktuellen Trainingsbedingungen sind alles andere als professionell, da müssen wir dringend ran.“
Parallel dazu laufen die Planungen am Kader für die kommende Saison. Mit Kapitän Hannes Gerken, Theo Timmermann und Tim Türpe bleibt ein wichtiger Kern der Mannschaft erhalten. Gleichzeitig müssen die Netzhoppers mehrere Abgänge verkraften, darunter Leistungsträger wie Carl Möller und Lovis Homberger, die sich in den vergangenen Jahren zu Nationalspielern entwickelt haben.
Mit ersten Neuverpflichtungen wurde bereits reagiert. Besonders im Fokus steht der dänische Nationalspieler Kristoffer Bisgaard, der vom französischen Erstligisten Narbonne Volleys verpflichtet wurde. Zudem erhält Nachwuchsspieler Julian Lenz vom VCO Berlin seinen ersten Profivertrag. Westphal blickt dennoch realistisch auf die kommenden Monate: „Das Grundgerüst stimmt mich optimistisch, im nächsten Jahr wieder eine tolle und erfolgreiche Mannschaft präsentieren zu können. Aber es ist auch noch eine ganze Menge zu tun.“

Die Saison 2025/26 markiert damit einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Energiequelle Netzhoppers – sportlich stabilisiert, strukturell gewachsen und zunehmend fest in der Region verankert. Gleichzeitig wird die kommende Spielzeit entscheidend dafür sein, ob es gelingt, diesen Weg nachhaltig fortzusetzen. Eines steht jedoch bereits fest: Der Verein kann stolz auf die abgelaufene Saison sein. Die Netzhoppers haben eindrucksvoll gezeigt, auf welchem Kurs sie sich befinden und immer wieder bewiesen, dass sie auch gegen Spitzenteams bestehen, Sätze gewinnen und wichtige Punkte holen können.

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