Der vergessene Nordwesten des Alten Marktes: Potsdams Mitte im Wandel
Wer am Alten Markt steht, hat meist die Nikolaikirche und die historischen Fassaden im Blick. Eine neue Ausstellung des Potsdam Museums lenkt nun die Aufmerksamkeit auf den weniger bekannten Nordwesten des Platzes. Unter dem Titel „Platz____für Neues? Der Nordwesten des Alten Marktes im Fokus“ sind in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam historische Fotografien und Kunstwerke zu sehen.
Die Ausstellung erzählt von den Zerstörungen 1945, dem Wiederaufbau und den zahlreichen Veränderungen der Potsdamer Mitte. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek (WAB), der heutigen Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum. Ihr Bau und ihre Entwicklung sind eng mit dem Wandel rund um den Alten Markt verbunden.
Während die berühmte Südseite des Platzes lange im Mittelpunkt stand, gerieten die drei Gebäudeblöcke westlich und nördlich der Nikolaikirche aus dem Blick. Die Ausstellung zeigt, wie sich dieser Bereich nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte und welche unterschiedlichen Vorstellungen es für die Zukunft der Mitte gab.
Für die Stadt- und Landesbibliothek ist die Schau zugleich ein Stück eigener Stadt- und Bildungsgeschichte. Ihr heutiger Standort in der Innenstadt war keineswegs selbstverständlich. Über ihre Rolle und ihren Verbleib im Zentrum wurde über viele Jahre diskutiert.
Die Ausstellung ist eine Premiere für das Potsdam Museum, das erstmals mit der Stadt- und Landesbibliothek zusammenarbeitet. Sie gehört zum größeren Projekt „Platz____für Neues? Visionen für den Alten Markt 1945–2025“, das im Potsdam Museum mit interaktiven Planungstischen die Entwicklung verschiedener Zukunftsideen für die Stadtmitte nachvollziehbar macht.
Die Ausstellung in der Stadt- und Landesbibliothek ist bis 25. Oktober zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Sonderausstellung im Potsdam Museum wurde bis 3. Januar 2027 verlängert.






