Ehemalige ungarische Vertragsarbeiter zu Gast in Ludwigsfelde
Eine Gruppe ungarischer Gäste besuchte Mitte September mehrere Orte der ehemaligen DDR, darunter Ludwigsfelde, und begab sich dabei auf die Spuren ihrer eigenen Vergangenheit. Unter den Besuchern waren auch ehemalige Autowerker, die ab 1968 in Ludwigsfelde lebten und größtenteils im IFA Automobilwerk arbeiteten.
Herzlich empfangen wurden die Gäste unter anderem von einstigen ungarischen Kollegen, die heute in der Region und in der Stadt mit ihren Familien zu Hause sind sowie von Bürgermeister Andreas Igel. Als Zeichen der Verbundenheit überreichte der Rathauschef den Gästen einen Bildband mit historischen und aktuellen Motiven über die baulichen Veränderungen in Ludwigsfelde. Für viele ehemaligen Vertragsarbeiter war der Besuch eine besondere Gelegenheit, Erinnerungen an eine prägende Zeit ihres Lebens aufzufrischen und die Entwicklung der Stadt nach vielen Jahrzehnten zu sehen.
Ein besonderer Moment des Besuchs war die gemeinsame Begegnung am „Baum der Freundschaft“. Anlässlich eines früheren Besuchs ungarischer Gäste vor 13 Jahren war er in der Hofanlage des Mittelganghauses gepflanzt und eine Erinnerungstafel eingeweiht worden. Das damals kleine Bäumchen ist inzwischen zu einer stattlichen Kastanie herangewachsen, die nun gemeinsam symbolisch gegossen wurde. Damit steht der Baum heute sinnbildlich für die bestehenden Beziehungen und die Verbindung zwischen den Menschen aus Ungarn und Ludwigsfelde. Der Besuch machte deutlich, wie eng persönliche Erinnerungen mit der Geschichte der Stadt verbunden sind. Für die ehemaligen ungarischen Arbeiter war Ludwigsfelde einst über mehrere Jahre ein Lebensmittelpunkt – und auch Jahrzehnte später ist die Verbindung nicht abgerissen.






