Ein Jahr Therapie auf dem Wasser: Erfolgsmodell in Ketzin
Ein Jahr nach der Inbetriebnahme der ersten Therapiebootklinik für Kinder und Jugendliche in Deutschland ziehen das Klinikum Ernst von Bergmann und die Kinderhilfe Potsdam e.V. eine positive Bilanz. Das Therapieboot „Aquamarin“ habe sich als innovativer Baustein der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung etabliert und bundesweit Aufmerksamkeit erregt.
Seit dem Start am Standort Ketzin an der Havel wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche auf dem schwimmenden Therapiezentrum behandelt. Das deutschlandweit einzigartige Konzept verbindet psychiatrische Betreuung mit den positiven Effekten von Natur, Wasser und Bewegung. Für viele junge Patientinnen und Patienten sei die „Aquamarin“ zu einem geschützten Ort geworden, der Vertrauen, Stabilität und neue Perspektiven vermittelt.
Nach Angaben des Klinikums wird das Angebot von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sehr gut angenommen. Besonders die naturnahe Umgebung und die besondere Atmosphäre auf dem Wasser würden den therapeutischen Prozess unterstützen. Das multiprofessionelle Team berichtet von positiven Erfahrungen, insbesondere bei jungen Menschen, die sich in klassischen klinischen Einrichtungen nur schwer öffnen können.
Auch aus Sicht der Verantwortlichen hat das Projekt die Erwartungen erfüllt. Das Therapieboot zeige, wie moderne Gesundheitsversorgung neue Wege gehen könne und dabei medizinische Qualität mit einer lebensnahen Betreuung verbinde. Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg seien innovative Versorgungsangebote von großer Bedeutung.
Die positive Entwicklung hat dem Projekt „Seelenanker“, das von der Kinderhilfe Potsdam e.V. gemeinsam mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Ernst von Bergmann umgesetzt wird, auch überregional Aufmerksamkeit verschafft. Fachleute aus dem Gesundheitswesen verfolgen das Modell inzwischen mit großem Interesse.
Parallel zum laufenden Betrieb wird bereits die Umsetzung eines zweiten Therapieschiffes vorbereitet. Langfristig sollen zwei Boote mit insgesamt 20 tagesklinischen Therapieplätzen entstehen. Ziel bleibt es, zusätzliche Behandlungsangebote für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen zu schaffen und neue Wege in der psychiatrischen Versorgung zu etablieren.
Mit dem erfolgreichen ersten Jahr der „Aquamarin“ sehen die Projektpartner ihre Idee bestätigt: Das Therapieboot ist nicht nur ein außergewöhnlicher Behandlungsort, sondern ein Beispiel dafür, wie innovative und naturnahe Versorgungskonzepte jungen Menschen neue Chancen eröffnen können.





