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Sonntag, 14. Juni 2026

Ein Zeichen für Frieden setzen​

Dahme-Spreewald, Königs Wusterhausen
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Marion Albert hatte sich zum Friedensfest als weiße Taube verkleidet.

Zur 200. Mahnwache auf dem Brunnenplatz in Königs Wusterhausen veranstaltete die Initiative für Frieden und Abrüstung am 21. Mai ein Friedensfest.​

Antikriegslieder wie von Hans Hartz, den Ärzten und Dota schallen am Nachmittag des 21. Mai über den Brunnenplatz, Menschen befinden sich in angeregten Gesprächen, Kinder tragen blaue Luftballons mit weißen Friedenstauben vorbei. Die Initiative für Frieden und Abrüstung Dahme-Spreewald hat zum Friedensfest eingeladen. Anlass war die 200. Mahnwache, die an diesem Tag um 18 Uhr auf dem KWer Brunnenplatz stattfindet. ​

Was am 28. Juli 2022 mit einer kleinen Gruppe von zwei bis drei Mitgliedern als Reaktion auf den Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs am 22. Februar begann, wurde schnell zu einem wöchentlichen Ritual, dem sich seitdem immer mehr angeschlossen haben. „Mittlerweile sind wir ein fester Kern von zehn bis 20. Die Menschen kommen sogar aus Wildau, Eichwalde und Berlin“, erklärt Birgit Uhlworm, die zusammen mit Mario Berríos Mirande die Initiatorin der Mahnwache ist. Die Stadtverordnete ist sich sicher: ohne Beständigkeit geht es nicht.

Das 200. Jubiläum sei für sie allerdings kein so richtiger Grund zu feiern. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich nach 200 Wochen donnerstags noch hier stehe. 200 Wochen, in denen Menschen in der Ukraine sterben und auch kein Ende abzusehen ist“, so Uhlworm. Für sie und ihre Gruppe sei es auch wichtig, ein Vorbild zu sein. „Wir können nicht von den Jugendlichen verlangen, dass sie gegen die Wehrpflicht auf die Straße gehen, wenn wir, die Erwachsenen, es ihnen nicht vormachen.“

Birgit Uhlworm macht sich als Stadtverordnete bereits 33 Jahre für die Rechte von Frauen stark. Seit 200 Wochen organisiert sie zusammen Mario Berríos Miranda jeden Donnerstag um 18 Uhr die Mahnwache für Frieden und Abrüstung auf dem Brunnenplatz. Fotos: Christina Petersen

Deshalb ist Birgit Uhlworm auch stolz auf das Erreichte: Aus den Mahnwachen hatte sich die Initiative gegründet, die dann auch weitere Formate wie den Ostermarsch und die Friedensgespräche angestoßen habe. Ihre Idee war es auch, dass KWer Grundschüler aus Anlass des 80. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Nagasaki und Hiroshima Origami-Kraniche gebastelt haben, die jetzt teilweise im Rathaus aufgehängt sind. Des Weiteren unterstützt die Initiative Jugendliche bei den Protesten gegen die Wehrpflicht und bietet auch eine Beratung zur Wehrdienstverweigerung an.

Zur Mahnwache, die gegen 18 Uhr startet, erscheinen rund 60 Menschen, die sich für den Frieden starkmachen – darunter auch Bürger, die in ihrem Leben selbst Krieg erleben mussten und die Anwesenden vor den Auswirkungen mahnen wollen. Die Initiative entrollt zwei große Transparente. Eines davon zeigt ihren Leitspruch „Frieden, Heizung, Brot statt Waffen, Krieg und Tod“. Doch klar ist auch schon: 200 Mahnwachen reichen immer noch nicht aus. Die nächsten sind daher bereits angesetzt.

Stimmen zum Frieden

Zur 200. Mahnwache lag auch das Buch „Stimmen zum Frieden“ zur Lektüre aus. Unter dem Stichwort Frieden rief die Akademie für Rechtskultur und Rechtspädagogik und der Senioren- und Behindertenbeirat des Amtes Scharmützelsee zur Beteiligung auf. Von Gedicht bis wissenschaftlicher Abhandlung war jedes Format erlaubt. Darunter auch ein Beitrag von Birgit Uhlworm und Mario Berrìos Miranda mit dem Titel „162 Mahnwachen für Frieden und Ausrüstung – zu viel oder noch zu wenig?“
ISBN-13: 978-3-00-084241-2​

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