Einschüler in Teltow-Fläming mit Defiziten bei Aufmerksamkeit und Konzentration
Die Schuleingangsuntersuchung von 1.835 künftigen Erstklässlern im Kreis für das Schuljahr 2026/27 sind abgeschlossen. Es gibt zunehmende Problemen in mehreren Bereichen.
Bei Einschülern im Landkreis Teltow-Fläming nehmen Defizite bei Aufmerksamkeit und Konzentration zu. Auch verstärktes unruhiges Verhalten wurde bei der Schuleingangsuntersuchung des Kinder- und Jugendgesundheitsdiensts festgestellt. Der hat in den vergangenen Monaten 1.835 zukünftige Erstklässler untersucht. 82,3 Prozent der Kinder erhielten durch das ärztliche Personal die Empfehlung zur Einschulung. Auch wenn die endgültige Auswertung noch nicht vorliegt, offenbaren die vorläufigen Beobachtungen des Amtes Probleme. Dazu gehören Schwierigkeiten in der Grob- und Feinmotorik, beispielsweise bei der Stifthaltung und der Bewegungskoordination. Sprachliche Defizite wurden ebenfalls festgestellt – teilweise sogar trotz logopädischer Förderung. Nicht zuletzt haben die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes eine leichte Tendenz zu Gewichtszunahme festgestellt. „Mögliche Ursachen könnten auf weniger Bewegung sowie vermehrten Medienkonsum zurückgeführt werden. Dies wirkt sich negativ auf Motorik, Aufmerksamkeit und Konzentration aus“, so die erste Einschätzung des Amtes.
Die Schuleingangsuntersuchungen liefern wichtige Hinweise auf den Entwicklungsstand von Kindern im Landkreis und bilden eine wesentliche Grundlage für die fachliche Bewertung durch den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst. „Die jetzt vorliegenden Beobachtungen werden wir sorgfältig auswerten und einordnen. Dabei geht es nicht um einzelne Befunde, sondern um die Frage, welche Entwicklungen sich daraus für den Landkreis insgesamt ableiten lassen. Wenn Kinder mit sprachlichen, motorischen oder Konzentrationsproblemen in die Schule starten, betrifft das nicht nur die Familien, sondern die gesamte Bildungsbiografie“, erklärt Michael Grunst, Erster Beigeordneter des Landkreises Teltow-Fläming.
Die umfassende Auswertung der Ergebnisse wird im Herbst dieses Jahres vorliegen. Dann sollen die Erkenntnisse gemeinsam mit Fachleuten sowie den relevanten Akteuren vor Ort erörtert werden. Ziel ist es, ein gemeinsames Bild der Situation zu gewinnen und Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit abzuleiten. Frühzeitige Förderung in Sprache, Motorik und sozialen Fähigkeiten ist entscheidend, um allen Kindern einen erfolgreichen Start in die Schule zu ermöglichen.
Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst empfiehlt, die Vorsorgeuntersuchung für Kinder im Alter von 30 bis 42 Monaten wahrzunehmen, damit mögliche Entwicklungsverzögerungen frühzeitig erkannt und passende Fördermaßnahmen empfohlen werden können.





