Erinnern an den „Tag von Potsdam“
Nach dem Reichstagsbrand wurde Potsdam am 21. März 1933 bewusst zum Schauplatz der nationalsozialistischen Machtübernahme gewählt. Der sogenannte „Tag von Potsdam“ inszenierte die symbolische Verbindung von preußischer Tradition und nationalsozialistischem Staat. Der Schnappschuss des Handschlags zwischen Adolf Hitler und Paul von Hindenburg vor der Garnisonkirche wurde zur prägenden Medienikone, die sich ins kollektive Gedächtnis einprägte.
93 Jahre später greift die Stiftung Garnisonkirche das historische Ereignis auf und stellt dessen Bedeutung für die Gegenwart zur Diskussion. Im Zentrum stehen Projekttage mit Schülern, die sich multiperspektivisch mit der Vorgeschichte, der Inszenierung und den Folgen des Tages auseinandersetzen. Die Teilnehmenden arbeiten mit historischen Quellen, analysieren propagandistische Medien und erschließen sich die Thematik auch im Stadtraum.
Ziel ist es, historisches Urteilsvermögen zu stärken und Bezüge zu aktuellen Debatten über Erinnerungskultur und demokratische Resilienz herzustellen. Die Projekttage „Glockenklang und Menschenmassen“ werden seit 2023 in Kooperation mit dem Potsdam Museum und dem Filmmuseum Potsdam durchgeführt und sind bislang 54-mal umgesetzt worden.
Am 21. März lädt die Stiftung um 18.00 Uhr zudem zu einem öffentlichen Gedenkgottesdienst ein. Pfarrer Dr. Jan Kingreen gestaltet den Gottesdienst, der mit einer historisch-kritischen Einordnung durch Prof. Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, eröffnet wird.
„Gerade am historischen Ort der Garnisonkirche wird deutlich, wie wirkungsmächtig politische Inszenierungen sein können – und wie wichtig es ist, sie kritisch zu hinterfragen. Der Projekttag und der Gedenkgottesdienst spannen dafür Räume auf und sensibilisieren so für die Gefahr von heutigen demokratiefeindlichen Kräften“, so Dr. Jan Kingreen, Programmvorstand der Stiftung Garnisonkirche Potsdam.





