Familienerinnerungen bewahren: Wie emori Geschichten und Stimmen für kommende Generationen festhält
Ein Gespräch mit den Großeltern, eine Geschichte aus ihrer Kindheit oder einfach ihr Lachen: Oft sind es die kleinen Momente, die uns besonders wichtig werden. Das Unternehmen emori möchte Familien dabei unterstützen, solche Erinnerungen mit Fotos, Videos und vor allem den Stimmen ihrer Angehörigen zu bewahren.
Familienerinnerungen: Wenn die kleinen Momente besonders wertvoll werden
Es sind nicht unbedingt die großen Familienfeiern, an die man sich später am liebsten erinnert. Oft bleiben vielmehr ganz alltägliche Momente im Gedächtnis: ein Gespräch auf dem Sofa der Großeltern, eine Geschichte aus ihrer Kindheit, das Lachen der Oma oder die Erinnerung daran, wie die Familie gemeinsam schwierige Zeiten gemeistert hat.
Für Sebastian Hartung wurden solche Erinnerungen zu einer persönlichen Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit Ansgar Nanke gründete er das Unternehmen emori, das Familien dabei helfen möchte, ihre persönliche Geschichte und Erinnerungen für die Zukunft zu bewahren.
Die Idee entstand aus Hartungs eigener Familiengeschichte. Über viele Jahre besuchte er seine Großeltern und führte mit ihnen zahlreiche Gespräche. Heute ist sein Großvater verstorben, seine Großmutter lebt mit Demenz. Viele der Geschichten und gemeinsamen Erlebnisse sind damit nicht mehr in derselben Weise zugänglich.
„Mit ihnen gehen auch die Geschichten vom Sofa der Großeltern verloren“, beschreibt Hartung den persönlichen Anstoß für die Gründung von emori.
Fotos bewahren Erinnerungen – aber keine Stimmen
Hartung hatte bereits versucht, Erinnerungen an seine Großeltern zu sammeln. Er verschenkte Bücher und hielt wichtige Orte aus ihrem Leben fest. Doch eine entscheidende Möglichkeit fehlte: die Menschen selbst erzählen zu lassen.
Denn Fotos können einen Moment sichtbar machen. Sie bewahren jedoch nicht die Stimme eines Menschen, seine Art zu erzählen oder die kleinen Details hinter einer Erinnerung.
Genau hier setzt emori an. Die Plattform soll Familien einen geschützten Ort bieten, an dem persönliche Geschichten und Erinnerungen mit den Stimmen der Menschen, die sie selbst erlebt haben, festgehalten werden können.
Geschichten erzählen und Erinnerungen gemeinsam sammeln
Dafür bietet emori geführte Fragen an. Sie reichen von einfachen Fragen zum Alltag bis hin zu persönlichen und tiefgründigen Themen.
Familienmitglieder können ihre Geschichten erzählen und Erinnerungen teilen. Ergänzend lassen sich Fotos, Videos, Texte und Sprachnachrichten hinzufügen. Aus verschiedenen Beiträgen kann emori nach Angaben der Gründer automatisch ein gemeinsames Eventvideo erstellen.
Dabei geht es nicht ausschließlich um besondere Familienereignisse wie Geburtstage oder Hochzeiten. Auch die ganz persönliche Familiengeschichte soll ihren Platz bekommen.
Dazu können wichtige Wendepunkte im Leben ebenso gehören wie Erfahrungen, besondere Begegnungen oder Situationen, die eine Familie gemeinsam bewältigt hat.
Demenz und Erinnerungen: Warum das Festhalten früh wichtig sein kann
Das Thema Erinnerungen bekommt eine besondere Bedeutung, wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt.
Eine Demenzerkrankung kann das Leben der betroffenen Person und ihrer Angehörigen verändern. Erinnerungen können verblassen, Gespräche schwieriger werden und vertraute Rollen innerhalb der Familie sich verändern.
Für Angehörige kann es deshalb wertvoll sein, persönliche Geschichten und Erzählungen rechtzeitig festzuhalten. Dabei müssen es nicht nur die schönen Erinnerungen sein. Auch Erfahrungen mit schwierigen Lebensphasen und die Frage, wie eine Familie gemeinsam Herausforderungen bewältigt hat, gehören zur eigenen Geschichte.
Die Gründer von emori möchten mit ihrem Angebot dazu beitragen, dass solche persönlichen Geschichten nicht verloren gehen.
Ein digitales Familienarchiv für mehrere Generationen
Ein Familienarchiv kann Menschen verschiedener Generationen miteinander verbinden. Kinder und Jugendliche können beispielsweise ihre Großeltern nach deren Kindheit fragen. Erwachsene können Erinnerungen ihrer Eltern festhalten.
So entsteht nach und nach eine Sammlung persönlicher Geschichten, die auch für spätere Generationen interessant sein kann.
Besonders die Stimme eines Menschen kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Sie vermittelt nicht nur Informationen, sondern auch Persönlichkeit, Emotionen und die individuelle Art des Erzählens.
Datenschutz: Persönliche Erinnerungen sollen geschützt bleiben
Wenn private Familiengeschichten digital gesammelt werden, spielt der Schutz persönlicher Daten eine wichtige Rolle.
Nach Angaben der Gründer sollen die Inhalte bei emori ausschließlich innerhalb der Familie zugänglich sein. Das Unternehmen wirbt außerdem mit vollständiger Datenhoheit, der Möglichkeit zur jederzeitigen Löschung und dem Verzicht auf eine Nutzung der Inhalte für Werbung.
Entwickelt und gehostet wird das Angebot nach Angaben der Gründer in Deutschland.
Erinnerungen bewahren, bevor sie verloren gehen
Die persönliche Geschichte von Sebastian Hartung zeigt, wie wertvoll Erinnerungen an die eigenen Großeltern werden können. Was im Alltag selbstverständlich erscheint – die Stimme des Großvaters, eine Geschichte aus seiner Jugend oder ein Gespräch mit der Großmutter – kann später unbezahlbar sein.
Mit emori möchten Sebastian Hartung und Ansgar Nanke Familien dabei unterstützen, Erinnerungen zu bewahren und Familiengeschichten für kommende Generationen festzuhalten.
Denn manchmal sind es gerade die kleinen Geschichten vom Sofa der Großeltern, die eine Familie über Generationen hinweg miteinander verbinden. Stimme des Großvaters, eine Geschichte aus seiner Jugend oder ein Gespräch mit der Großmutter – kann plötzlich unbezahlbar werden.






