Gedenken: FrauenOrt in Mahlow ehrt Schauspielerin Renate Krößner
Der erste FrauenOrt im Landkreis Teltow-Fläming hält mit einer Gedenktafel die Erinnerung an Renate Krößner wach, die nach der Wende in Mahlow lebte.
Schon seit 2010 gibt es das Projekt FrauenOrte in Brandenburg mit insgesamt 52 Gedenktafeln, die bedeutenden Frauen aus der Geschichte Brandenburgs gewidmet sind. Im Landkreis Teltow-Fläming gab es jedoch bislang noch keinen solchen Ort. Das ändert sich am heutigen Samstag, 4. Juli 2026, mit der Eröffnung des Gedenkorts für die Schauspielerin Renate Krößner am S-Bahnhof Mahlow – ein wichtiges Zeichen für die Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Stadtbild.
Zur Eröffnung um 14 Uhr lädt die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow herzlich ein. Nach Grußworten von der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, Regine Vogl, und Bürgermeister Michael Schwuchow sowie Elio Gäbelein vom Frauenpolitischen Rat und FrauenOrte Land Brandenburg, Landrätin Kornelia Wehlan, und der Kreis-Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten Romy Powils gibt es um 15 Uhr einen Empfang in der Gemeindebibliothek in der Luisenstraße 4. Um 16 Uhr wird der Film „Solo Sunny“ von Konrad Wolf gezeigt.
Renate Krößner, die 1945 in Osterode im Harz geboren wurde und bis 2020 lebte, hegte bereits in ihrer Kindheit und Jugend den Wunsch, Schauspielerin zu werden. Daher absolvierte sie ihre Schauspielausbildung an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst, Ernst Busch. Wiederholt waren Theaterstücke und Filme, in denen sie spielte, jedoch der staatlichen Zensur ausgesetzt, wie etwa „Eine Pyramide für mich“ von Ralf Kirsten, aus dem Jahr 1975 oder „Feuer unter Deck“ von Herrmann Zschoche von 1979. In der Kategorie „Beste Darstellerin“ erhielt Renate Krößner 1980 als erste Schauspielerin der DDR den Silbernen Bären für ihre Hauptrolle im Film „Solo Sunny“. In ihrer Rolle als Schlagersängerin Ingrid Sommer bot sie sowohl Frauen in Ost- als auch Westdeutschland eine starke Identifikationsfigur. Noch während der Feierlichkeiten zur Preisverleihung wurde ihr der Bär jedoch von Delegierten der DDR abgenommen, und anschließend stellte die Regierung Forderungen an sie. Krößner beugte sich dem wachsenden Druck nicht und geriet dadurch ins Visier der Stasi. Nach Monaten konnte sie zwar ihre Auszeichnung zurückerhalten, dafür blieben anschließend die Film- und Theaterangebote aus und sie reiste schließlich 1985 mit ihrer Familie nach Westdeutschland aus. Dort baute sie sich eine neue Karriere auf und spielte in Fernsehproduktionen wie Tatort, Lindenstraße und Polizeiruf. Nach der Wende zog Renate Krößner mit ihrem Lebensgefährten nach Mahlow.
Weitere Informationen gibt es auf www.frauenorte-brandenburg.de.





