Mehr
Sonntag, 11. Oktober 2026

Geschichte einer NS-Freilichtbühne in Werder​: „Von Thing-Feiern zu Karl-May-Festspielen“​

Potsdam-Mittelmark, Werder (Havel)
Sept_Dr. W.Jansen
Dr. Wolfgang Jansen wird referieren. Foto: Jansen privat

Eine Freilichtbühne am Südrand des Werderaner Stadtparks erinnert heute auf den ersten Blick vor allem an Theater, Kultur und sommerliche Veranstaltungen. Ihre Entstehungsgeschichte führt jedoch zurück in die Zeit des Nationalsozialismus. Ein Vortrag von Dr. Wolfgang Jansen beleuchtet die Geschichte der Werderaner Freilichtbühne – von ihrer Funktion als nationalsozialistische Thingstätte bis zu späteren Karl-May-Festspielen.​

Der Ausgangspunkt liegt im Frühjahr 1934. Am 23. April traf sich Alfred Lindemann, Leiter der kurmärkischen Reichspropagandastelle, mit zwölf Gemeindevertretern aus dem Gau Kurmark sowie Wilhelm Carl Gerst, dem geschäftsführenden Vorsitzenden des „Reichsbunds der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele“. Gemeinsam gründeten sie die „Kurmärkische Spielgemeinschaft für nationale Festgestaltung“. Hintergrund war eine Anordnung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg und Gauleiters Wilhelm Kube. 14 neuartige Freilichtspielstätten, sogenannte Thingplätze, sollten entstehen. Sie waren Teil der nationalsozialistischen Kulturpolitik und sollten an „kultischen Stätten völkischen Erlebens“ eine neue Form des künstlerischen Erlebens im nationalsozialistischen Geist schaffen.

Werder setzte die Vorgaben besonders schnell um. Am Südrand des Stadtparks, unmittelbar neben dem sogenannten „Heldenhain“, dem Gedenkort für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, entstand innerhalb von gut zwölf Monaten die erste Thingstätte Brandenburgs. Damit nahm die Havelstadt eine besondere Stellung in der Geschichte der nationalsozialistischen Freilichtbühnen ein.

Doch die Geschichte der Bühne endete nicht mit dem Nationalsozialismus. Über die Jahrzehnte veränderten sich ihre Nutzung, ihr Spielplan und ihre Bedeutung. Aus dem einst ideologisch geprägten Veranstaltungsort wurde ein Schauplatz anderer Formen des Freilichttheaters. Einen besonderen Platz in der späteren Geschichte nehmen dabei die Karl-May-Festspiele ein.

Der Vortrag im Rahmen der Reihe Werderaner Gespräche am 15. September um 19.00 Uhr im „Schützehaus“, Uferstraße 10, von Dr. Wolfgang Jansen zeichnet diese Entwicklung nach und stellt dabei sowohl die besondere architektonische und gestalterische Charakteristik der Bühne als auch die wechselnden Spielpläne in den Mittelpunkt. Zugleich ordnet er die Entstehung der Freilichtbühne in den zeitgeschichtlichen Kontext der nationalsozialistischen Kultur- und Propagandapolitik ein.

Kinoabend

„Gibt es Gott?“ – Kinoabend mit Popcorn und Hotdogs in Teltow

Ein gemütlicher Kinoabend für alle Interessierten: Am 17. Oktober lädt die Christliche Gemeinde in Teltow, Potsdamer Straße 67, herzlich um...
6ac3693f1343c

Pilotgericht in Königs Wusterhausen gestartet​

Das Amtsgericht Königs Wusterhausen startet ein digitales Verfahren für Fluggastrechte.​ Wer nach einer Flugverspätung, einer Annullierung oder einer Nichtbeförderung eine...
Mucker

So lebte Werder vor 100 Jahren: Geschichten aus der Muckerstube

Wie lebten die Menschen in Werder vor mehr als 100 Jahren? Welche Geschichten erzählen alte Möbel, Haushaltsgegenstände und Küchenutensilien aus...
ein Fruppenbild auf den Zuschauerrängen im Stadion "Alte Försterei" in Berlin zeigt alle Gewinner des Bundeswettbewerbs "machen!2026"

Engagement für Menschen und Umwelt: GAG Klausdorf und WaldWechsel aus Baruth ausgezeichnet

Beim Bundeswettbewerb „machen!2026“ gehörten die GAG Klausdorf und der Verein WaldWechsel aus Baruth/Mark zu den Gewinnern, die am 29. September in...
261008_Melanie Balzer MdL mit Oberstleutnant Torsten Voigt

Bataillonswechsel in Beelitz: Melanie Balzer würdigt Einsatz der Bundeswehr mit deutlichen Worten

Beim feierlichen Übergabeappell des Logistikbataillons 172 in Beelitz wurde das Kommando von Oberstleutnant Torsten Voigt an Oberstleutnant Timo Steffens übergeben....
Eine mobile Gründwand steht auf dem Rathausplatz in Ludwigsfelde.

Bürgerhaushalt Ludwigsfelde 2026: Mobile Grünwand, Inklusionsmatten und mehr Becken am Wasserspielplatz

Die ersten Projekte aus dem Bürgerhaushalt sind schon umgesetzt worden. Die noch offenen Vorhaben sind angestoßen worden. Im Fokus stehen Projekte...
Offcanvas

Teilen Sie uns das doch einfach mit und lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir Ihr Jubiläum werbewirksam in unseren Zeitungen begleiten können.