Handwerk in Brandenburg begrüßt Reformpaket – Kritik am gekürzten Steuerbonus
Der Brandenburgische Handwerkskammertag bewertet die von der Bundesregierung angekündigten Reformen grundsätzlich positiv. Insbesondere der geplante Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren und die Entlastung mittelständischer Unternehmen werden als wichtige Signale für das Handwerk angesehen. Gleichzeitig fordert die Interessenvertretung Nachbesserungen bei einzelnen Maßnahmen.
Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages Land Brandenburg, sieht in dem Reformpaket einen Schritt in die richtige Richtung. Positiv sei vor allem, dass auf zusätzliche Steuerbelastungen für den breiten Mittelstand verzichtet werde und der Steuerbonus für Handwerkerleistungen grundsätzlich bestehen bleibe.
„Weniger Berichtspflichten, schnellere Genehmigungen und einfachere Datenschutzregeln sind für unsere Betriebe dringend notwendig“, betont Wüst. Gerade in Brandenburg mit seiner kleinteiligen Wirtschaftsstruktur seien verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit entscheidend für den Erfolg inhabergeführter Handwerksunternehmen.
Kritisch bewertet der Handwerkskammertag jedoch die geplante Kürzung des Steuerbonus für Handwerkerleistungen. Nach Ansicht der Branche hat sich das Instrument bewährt: Es fördere legale Aufträge, entlaste private Haushalte und trage dazu bei, Schwarzarbeit einzudämmen.
Darüber hinaus sieht der Verband weiterhin Handlungsbedarf bei der steuerlichen Behandlung von Personenunternehmen. Diese dürften gegenüber Kapitalgesellschaften nicht benachteiligt werden, fordert Wüst.
Für das Handwerk komme es nun darauf an, dass den politischen Ankündigungen zeitnah konkrete und praxistaugliche Gesetzesvorhaben folgen. Nur so könnten die geplanten Entlastungen tatsächlich bei den Betrieben ankommen und ihre Wirkung entfalten.
Handwerk als bedeutender Wirtschaftsfaktor in Brandenburg
Der Handwerkskammertag Land Brandenburg ist der Zusammenschluss der Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg und Potsdam. Er vertritt die Interessen von rund 38.000 Handwerksbetrieben mit mehr als 185.000 Beschäftigten. Gemeinsam erwirtschaften diese Unternehmen einen Jahresumsatz von knapp 18,6 Milliarden Euro.
Als Interessenvertretung des brandenburgischen Handwerks setzt sich der Handwerkskammertag für wirtschaftsfreundliche und verlässliche Rahmenbedingungen ein und bündelt die gemeinsamen Anliegen der Branche gegenüber Politik und Öffentlichkeit.





