Hans Otto Theater Potsdam stellt Spielzeit 2026/27 vor
Mit insgesamt 18 Premieren, darunter zwei Uraufführungen, startet das Hans Otto Theater Potsdam in die Spielzeit 2026/27. Unter dem Motto „WIDERSTEHEN“ widmet sich das Programm Figuren und Geschichten, die sich gegen Macht, gesellschaftliche Erwartungen und die Bedingungen ihrer Zeit behaupten. Ergänzt wird die Saison durch Wiederaufnahmen, Gastspiele, die Potsdamer Winteroper sowie Angebote der Bürgerbühne und des Jungen Hans Otto Theaters.
„Heute, wo Gewissheiten brüchig und Stimmen lauter werden, die einfache Antworten versprechen, stellt sich die Frage neu, wie den Zumutungen und Herausforderungen zu begegnen ist“, sagt Intendantin Bettina Jahnke. Der neue Spielplan frage danach, wie Menschen Haltung bewahren und Widerstand leisten – oder an den Umständen scheitern.
Auftakt mit Mythos und gesellschaftlichen Konflikten
Der Start in die neue Spielzeit erfolgt traditionell mit dem Open-Air-Format SchauSpielFenster am 29. August in der Potsdamer Innenstadt. Die erste Premiere folgt am 10. September mit „Die Nibelungen“ in der Regie von Alice Buddeberg – eine Neuinterpretation des Stoffes mit Fokus auf die Perspektiven von Kriemhild und Brunhild.
Mit der Uraufführung „Zur fröhlichen Zwietracht!“ bringt Jan Neumann eine Komödie über gesellschaftliche Gegensätze auf die Bühne. In einer Datschensiedlung treffen unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander – zwischen Stadt und Land, Fortschritt und Tradition.
Haltung, Widerstand und große Fragen der Gegenwart
Mit „Jugend ohne Gott“ nach Ödön von Horváth untersucht eine Klasse Schauspielstudierender der Filmuniversität Babelsberg Themen wie Autorität, Wahrheit, gesellschaftliche Verantwortung und bringen dies auf die Bühne.
Auch „Mutter Courage und ihre Kinder“ gehört zu den zentralen Produktionen der Saison. Bettina Jahnke nimmt Brechts Antikriegsstück zum Anlass, aktuelle Fragen nach den Mechanismen und Folgen von Krieg zu stellen.
Starke Figuren im Mittelpunkt
Mehrere Inszenierungen richten den Blick auf prägende Frauenfiguren: In „Solo Sunny“ steht die Geschichte einer unabhängigen Sängerin im Mittelpunkt, die ihren eigenen Weg sucht. In Gerhart Hauptmanns „Der Biberpelz“ behauptet sich die gewitzte Mutter Wolff gegen gesellschaftliche Konventionen.
Mit „Frau Yamamoto ist noch da“ bringt Dea Loher ein Stück auf die Bühne, das sich mit Vergänglichkeit, Zusammenleben und der Frage beschäftigt, wie Menschen in unsicheren Zeiten Orientierung finden.
Gegenwartsthemen zwischen KI und gesellschaftlichen Eliten
Zeitgenössische Perspektiven setzt das Theater unter anderem mit „Schleuderdrama“, das den Einfluss Künstlicher Intelligenz auf menschliche Beziehungen thematisiert. Mit „Noblesse oblige – Adel verpflichtet“ widmet sich eine weitere Produktion gesellschaftlichen Machtstrukturen und untersucht die Faszination von Exklusivität und Privilegien bis in die Gegenwart.
Musik, Sommerbühne und Angebote zum Mitmachen
Mit Molières „Tartuffe“ zieht das Sommertheater auf die Bühne am Tiefen See. Den musikalischen Abschluss bildet „When the music is over: Club 27 unplugged“ im Palais Lichtenau. Ergänzt wird die Saison durch die Potsdamer Winteroper, Gastspiele des Staatstheaters Cottbus sowie Angebote der Bürgerbühne und des Jugendclubs. Das Junge Hans Otto Theater präsentiert zusätzlich fünf Premieren – darunter das Weihnachtsmärchen „Gespensterjäger auf eisiger Spur“.
Der Vorverkauf für September und Oktober beginnt am 1. Juli. (Vom 5. Juli bis 16. August bleiben die Theaterkasse und das Abo-Büro geschlossen). Das Programm ist im neuen Spielzeitheft und online unter www.hansottotheater.de/ verfügbar.





