Katzenbesitzer in Wildau schlagen Alarm
In Wildau verschwinden Katzen unter merkwürdigen Umständen.
Dass viele Katzen kleine Freigeister sind und gerne stromern gehen, ist bekannt. Auch, dass sie ihre Spaziergänge ausdehnen und die Vierbeiner sich mit dem Nachhausekommen auch mal Zeit lassen, verunsichert die meisten Besitzer nicht sofort. Dass Katzen jedoch über einen Monat verschwunden sind und 50 Kilometer von ihrem Zuhause wieder auftauchen, ist schon selten. Dass ähnlich aussehende Katzen aus einem sehr kleinen Gebiet hintereinander verschwinden und wie vom Erdboden verschluckt sind, ist für mehrere Katzenbesitzer aus Wildau mehr als ein Zufall.
Mittlerweile mehren sich die Vermisstenanzeigen. Flyer der Tierregister Tasso und Findefix sind an Laternenmasten geklebt und die Facebookseiten laufen heiß: Über die sozialen Medien haben sich auch Irina W., Manuela B. und Martina F. gefunden. Alle drei teilen das gleiche Schicksal. Ihre Katzen sind von heute auf morgen verschwunden. Irina W.s Kater Charles wurde nach mehreren Wochen in Golßen wiedergefunden. Ihm fehlte ansonsten nichts, was eine Wurmkur und eine Extraportion Futter nicht wieder beheben konnten. Mittlerweile ist aber ihre zweite Katze, Alisa, weg und zusammen mit ihr Kater Moo von Martina F.. Ihre Familie hat es gleich doppelt getroffen, denn bereits im vergangenen Dezember ist ihr Kater Neo nicht nach Hause zurückgekehrt. Der Kater Herr Wiener von Manuela B., die nur ein paar Häuser weiter wohnt, ist seit diesem Februar ebenfalls vermisst.
An einen Zufall glauben die drei Wildauerinnen schon lange nicht mehr.
„Dafür sind sich die Fälle einfach zu ähnlich“, so Martina F, deren Kater in derselben Nacht verschwand wie die Katze von Irina W. Alle wohnen in einem ruhigen Wohngebiet zwischen Bergstraße/ Ecke Schertlingstraße – Schillerallee – Wagnerstraße. Verschwunden sind die Katzen immer in der Nacht und meistens sind es schwarz-weiße und rot-weiße Exemplare. Die Katzen sind zumeist auch kastriert, alle sind gechippt und kennen sich seit Jahren gut in der Umgebung aus. Die Katzenbesitzerinnen wissen noch von zwei weiteren verschwundenen Katzen aus der Nachbarschaft – beide ebenfalls mit weiß-schwarzem Fell.
Die drei Frauen vermuten eine böse Absicht: „Entweder man möchte den Familien direkt schaden oder derjenige hat etwas gegen Katzen“, so Manuela B.. Sie vermuten, dass jemand die Katzen wegfängt und weit entfernt wieder aussetzt. Deshalb appellieren sie an jeden, dem eine Katze zuläuft: „Bitte lassen Sie die Katzen auslesen. Die meisten sind gechippt. Das machen Tierschutzvereine und das Ordnungsamt sogar vor Ort mit einem mobilen Lesegerät.“ Zu Hause warten die Katzenbesitzer sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer felligen Familienmitglieder. „Wunder gibt es bei verschwunden Katzen immer wieder. Manche tauchen auch nach Jahren wieder auf“, so Martina F. Das Schlimmste sei aber die Ungewissheit.
Wer etwas beobachtet oder Hinweise geben kann, kann sich per E-Mail (auch anonym) an redkwh@moz.de wenden.





