Kindermedizin in Ludwigsfelde: Lösungssuche nach angekündigter Schließung der Klinik
Nach der Schocknachricht über die geplante Schließung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin laufen Gespräche zu möglichen Lösungen.
Im Landkreis Teltow-Fläming wird derzeit auf mehreren Wegen um eine Lösung gerungen, die kindermedizinische Versorgung auch künftig sicherzustellen. Auslöser ist die angekündigte Schließung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow zum 31. Juli 2026.
Im Kreistag ist am Dienstagabend mit großer Mehrheit ein Antrag der Fraktionen SPD/B90 Die Grünen und CDU/BV/VUB/FDP angenommen worden. Damit wird Landrätin Kornelia Wehlan beauftragt, mit den Bürgermeistern der Nordkommunen sowie dem Brandenburger Gesundheitsministerium Gespräche zur Verhinderung der Schließung zu führen.
Das geschieht in Ludwigsfelde auch so schon. Laut Bürgermeister Andreas Igel laufen schon Gespräche zwischen der Stadt, dem Ministerium und dem Träger, dem Diakonissenhaus Teltow. Ziel sei es, die kinderärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten. Igel bezeichnete die Gespräche als konstruktiv.
Für Igel geht es um drei verschiedene Punkte: die ambulante und die stationäre Versorgung sowie die Behandlung bei akuten Problemen. Aktuell gebe es zwei Arztpraxen in der Stadt mit drei praktizierenden Ärzten. Mit der angekündigten weiteren Kinderärztin, die hinzukommen soll, sei die ambulante Versorgung in der Stadt auf einem hohen Niveau gesichert. Was die stationäre Versorgung angehe, werde gerade über Kooperationsmodelle diskutiert, die „möglicherweise in Ludwigsfelde darstellbar“ seien. Wichtig sei dabei aber, dass alle Modelle auch von Nachhaltigkeit getragen würden und auch über die Krankenhaus-Strukturreform hinaus Bestand hätten. „Wir wollen ein Angebot generieren, das die Versorgung sicherstellt, Notfälle sichert und auch die stationäre Versorgung sicherstellt“, so Igel in einem Video zur Zukunft der Kindermedizin in der Stadt. Dabei sei es wichtig, die Versorgung so auszurichten, dass sie auch eine Option für Eltern ist, die nicht mobil sind.
Der Träger hatte Ende Mai die Schließung bedauert, sie aber mit der sinkenden Auslastung aufgrund der zunehmenden Ambulantisierung der medizinischen Leistungen begründet. Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam sollte demnach die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus der Region übernehmen. Ende 2024 war im Evangelischen Krankenhaus in Ludwigsfelde schon die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe geschlossen worden.





