LIT:potsdam 2026: Literaturfestival richtet den Blick zu den Sternen
Die Literatur hebt ab: Unter dem Motto „Die Sprache der Sterne“ lädt das Literaturfestival LIT:potsdam vom 30. Juni bis 5. Juli zur 14. Ausgabe ein. Die Besucher erwartet ein hochkarätig besetztes Festival, das Literatur, Wissenschaft und Philosophie miteinander verbindet und dabei den Blick weit über die Erde hinaus richtet.
Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen seit Jahrtausenden versuchen, ihren Platz im Universum zu verstehen. „Die Sprache der Sterne“ greift die ältesten Erzählungen der Menschheit auf: Mythen, Sternbilder und Schöpfungsgeschichten, die einst entstanden, um den Himmel zu deuten. Zugleich schlägt das Festival den Bogen zur Gegenwart, in der Raumfahrt und Astrophysik neue Antworten auf alte Fragen suchen.
Zu den literarischen Höhepunkten zählen Auftritte namhafter Autoren. So eröffnet Judith Hermann mit ihrem neuen Buch einen poetischen Raum, in dem Erinnerung, Herkunft und Schuld verhandelt werden. Christoph Ransmayr spricht über sein aktuelles Projekt „Swan oder Der Puls der Sterne“ und liest aus seinem Werk „Atlas eines ängstlichen Mannes“. Der Schriftsteller und Essayist Raoul Schrott widmet sich dem Himmel als ältester Bibliothek der Menschheit und zeigt die Verbindungen zwischen Sternbildern, Mythen und kulturellen Erzählungen auf.
Auch Frank Schätzing nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der Science-Fiction. In „Space Boy“ verbindet er die Figur David Bowies mit Visionen von Verwandlung und Zukunft. Die belgische Autorin Gaea Schoeters wiederum präsentiert mit „Das Geschenk“ eine ebenso unterhaltsame wie gesellschaftskritische Parabel über Migration und globale Verantwortung. Den Abschluss des Festivals gestaltet Florian Illies auf der Seebühne des Hans Otto Theaters. Mit seinem Buch „Träume aus Feuer“ schlägt er einen Bogen zur Geschichte der Pfaueninsel und ihres berühmten Alchemisten Johannes Kunckel.
Besondere Aktualität erhält die diesjährige Ausgabe durch die Entwicklungen in der internationalen Raumfahrt. Die bevorstehende Artemis-II-Mission, die erste bemannte Mondmission seit mehr als einem halben Jahrhundert, bildet den Hintergrund für Gespräche über die Zukunft des Menschen im All. Mit der ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti und ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher kommen zwei der bedeutendsten europäischen Stimmen der Raumfahrt nach Potsdam.
Auch die Wissenschaft erhält breiten Raum. Der Astrophysiker Heino Falcke, dessen Forschung zur ersten Aufnahme eines Schwarzen Lochs führte, trifft auf den österreichischen Schriftsteller Michael Köhlmeier. Gemeinsam nähern sie sich den großen Fragen nach Ursprung und Zukunft des Universums. Die Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl ergänzt das Programm mit Überlegungen dazu, wie wissenschaftliche Erkenntnisse Denken und Weltbild prägen.
Ein besonderer Höhepunkt wird der Galaabend in der Villa Jacobs sein, bei dem Lesungen und Gespräche zu einem literarischen Gesamterlebnis verschmelzen. Mit dem „Bücherfest für alle“ öffnet sich das Festival zudem einem breiten Publikum. Rund um die Schiffbauergasse werden Literatur, Begegnung und Austausch erlebbar.
Erstmals überschreitet die LIT dabei auch die Stadtgrenzen. In Kooperation mit Brandenburg an der Havel findet eine Veranstaltung in der St. Johannis Kirche statt, bei der Schriftsteller Ulrich Woelk literarische und wissenschaftliche Perspektiven miteinander verbindet.
Ein zentrales Anliegen bleibt darüber hinaus die Förderung junger Leser. Das von Martin Klein kuratierte Schulprogramm bringt Autoren direkt in die Klassenzimmer und setzt damit ein Zeichen für die Bedeutung von Literaturvermittlung, Empathie und kritischem Denken.
Seit Jahren zählt LIT:potsdam zu den renommiertesten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum. Alle Termine: www.litpotsdam.de/.






