Lothar Sell neu entdeckt
Im Annemirl Bauer Haus in Niederwerbig wird am Sonnabend, 12. September, eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Lothar Sell eröffnet. Der 1939 in Treuenbrietzen geborene und 2009 in Meißen verstorbene Künstler wuchs in Niederwerbig auf. Viele seiner Arbeiten sind eng mit dem Fläming verbunden: Menschen, Landschaften und Geschichten aus der Region prägten sein künstlerisches Schaffen nachhaltig.
Zu sehen sind Holzfiguren, Keramiken und Holzschnitte, die Sells unverwechselbare Handschrift zeigen. Die Ausstellung geht auch der Frage nach, ob es bereits in den 1950er-Jahren in Dresden und später in Berlin Berührungspunkte zwischen Lothar Sell und Annemirl Bauer gab. In den Jahren 1966 bis 1969 war Sell Meisterschüler bei Hans Theo Richter an der Akademie der Künste in Ostberlin, während Annemirl Bauer ihr Diplom für baugebundene Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee abschloss. Eine weitere Verbindung: Beide Künstlerpersönlichkeiten wurden vom Fläming und dem Dorf Niederwerbig geprägt.
Zur Ausstellungseröffnung berichten auch Angehörige und Wegbegleiter aus erster Hand. Gundula Sell, die Tochter des Künstlers, liest aus Texten ihres Vaters. Jens Sell, Sammler und Neffe, stellt ausgewählte Werke zur Verfügung und erinnert an persönliche Begegnungen. Ergänzt wird die Ausstellung durch weitere Skulpturen und Arbeiten aus dem Umfeld des Künstlers, sodass ein vielseitiger Einblick in sein Lebenswerk entsteht.
Die Eröffnung beginnt um 14.30 Uhr. Begrüßt werden die Gäste von Kuratorin Amrei Bauer. Geplant sind außerdem eine Lesung mit Texten von Lothar Sell, Gespräche mit Gundula Sell, Jens Sell und Zeitzeugen sowie musikalische Beiträge von Suzanna, die im Künstlergarten Romalieder und russische Romanzen singt. Begleitet wird sie von Valerij Pysarenko an der Gitarre. Im Anschluss sind die Besucher zu einem „Jeder-bringt-was-mit-Buffet“ eingeladen.
Veranstaltungsort ist das Annemirl Bauer Haus, Dorfstraße 10 in 14822 Niederwerbig. Eine Anmeldung ist per E-Mail an info@landseminare.de möglich.
Die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr ist über die Linie RE7 bis Brück und weiter mit dem Bus 543 in Richtung Treuenbrietzen bis Niederwerbig möglich. Die letzte Rückfahrt erfolgt um 18.22 Uhr.
Für Leihgeber, Unterstützer sowie Niederwerbiger und Jeseriger ist der Ausstellungsbesuch kostenfrei. Für alle anderen beträgt der Eintritt 15 Euro. Wer sich den Beitrag nicht leisten kann, soll dies ansprechen – es wird eine Lösung gefunden. Die Veranstaltung wird von der Bürgerstiftung Niederwerbig/Jeserig gefördert.
Das Annemirl Bauer Haus gehört zu den Frauengedenkorten Brandenburgs. Es zeigt regelmäßig Ausstellungen über die Ostberliner Künstlerin Annemirl Bauer, die ihr letztes Lebensjahrzehnt im Fläming verbrachte und dort einige ihrer bedeutendsten Werke schuf.
Derzeit sind Arbeiten von ihr im Künstlerdorf Worpswede im Rahmen der Kunstschau „150 Jahre Paula Modersohn-Becker“ zu sehen. Das Kunsthaus MINSK in Potsdam zeigt noch bis 7. Februar 2027 die umfangreiche Retrospektive „Bruch ist in der Welt“. In Berlin ist zudem in der Galerie im Turm bis 8. November 2026 eine Ausstellung mit Arbeiten von Annemirl Bauer und Bärbel Bohley zu sehen. Im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst in Frankfurt (Oder), Standort Packhof, werden im Rahmen der Gruppenausstellung „herzwärts wild – (Ost)deutsche und polnische Künstlerinnen der 1980er und 1990er Jahre“ noch bis 27. September 2026 unter anderem Werke von Annemirl Bauer präsentiert.
Weitere Informationen zu Führungen und Veranstaltungen im Annemirl Bauer Haus gibt es per E-Mail unter info@landseminare.de. Kunstführungen finden dort regelmäßig statt.






