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Montag, 20. Juli 2026

Masche für Masche Freude schenken

Dahme-Spreewald, Königs Wusterhausen
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Francoise-Eileen Schmohl, ihre Mutter Carola und hunderte von Gruppenmitgliedern stricken, häkeln und nähen, um Kindern ein Lächeln zu schenken. Die Trostpüppchen und Frühchenkraken werden an Kliniken und in die Ukraine verschickt. Fotos: Christina Petersen

Eine in Zeesen gegründete Gruppe schenkt Kindern mit kleinen Püppchen etwas Hoffnung.

Dass auch kleine Dinge eine große Wirkung haben können, beweisen Francoise-Eileen Schmohl, ihre Mutter Carola und Doreen Link mit ihrer 2014 gegründeten Gruppe „Gemeinsam für ein Kinderlächeln“. Was damals im KWer Ortsteil Zeesen klein angefangen hat, ist mittlerweile eine gewachsene Bewegung mit rund 550 Mitgliedern, die sich gemeinschaftlich für ein Ziel einsetzen: Kindern, die es nicht so leicht haben, eine kleine Freude und vor allem Hoffnung und Trost zu schenken. Die Idee, eine Gruppe zu gründen hatte Francoise-Eileen, nachdem sie jahrelang eine ihrer Freundinnen, deren kleiner Sohn an Krebs erkrankt war, begleitet hatte. Seine Überlebenschancen waren gering. Heute, 14 Jahre später, ist er ein gesunder junger Mann. Es war eine Erfahrung, die Schmohl geprägt hat. ​

„Da hab ich erfahren, was für eine Kraft ein ehrliches Kinderlächeln hat und was selbst Kleinigkeiten einem Kind bedeuten können“, erinnert sich Francoise-Eileen. Zusammen mit ihrer Mutter kam dann die Idee auf, auch andere Kinder in Krankenhäusern, in Hospizen und auf Frühchenstationen zu unterstützen. So fing Mutter Carola, zusammen mit ihrer Freundin Doreen, an, Trostpüppchen zu stricken. Ihre Tochter rief zur gleichen Zeit die Gruppe „Gemeinsam für ein Kinderlächeln“ per Facebook ins Leben und setzte einen Blog auf. Schnell fanden sich Mitstreiter, die selbst anfingen zu stricken, zu häkeln und zu nähen. Zu den Trostpüppchen kam dann die Frühchenkrake – eine kleine gehäkelte Krake, deren Arme die kleinen Kinderhändchen gut greifen können. Diese schicken sie in regelmäßigen Paketen an die Immanuel Klinik Rüdersdorf in Berlin. „Wir schicken auch selbst gestrickte Frühchenkleidung an die Stationen, da man Babykleidung in so einer kleinen Größe fast nicht zu kaufen bekommt“, erklärt Francoise-Eileen Schmohl. „Diese müssen aus besonderer Sockenwolle sein. Die ist besonders weich und kratzt nicht.“ Auf ihrem Blog unter gemeinsam-fuer-ein-kinderlaecheln.blogspot.com finden die Gruppenmitglieder, die nicht nur aus ganze Deutschland, sondern sogar aus Nachbarländern wie Liechtenstein kommen, sowie andere Interessierte, die mitmachen wollen, Anleitungen für die Strick- oder Häkelprojekte wie für die Trostpüppchen und Frühchenkraken aber auch für Sorgenfresserchen, Kindersachen, Mützen, Puppenkleidung, Decken und vieles mehr. 

Im Internet teilt „Franci“ Schmohl auch Aufrufe und Rückmeldungen der Beschenkten, die sie immer mal wieder in Form von Fotos erreichen.  „Das ist immer ein schönes Gefühl, wenn unsere Mitglieder sehen ‚Ach guck mal, das Püppchen hab ich doch gehäkelt‘“, so die 37-Jährige. 

Seit dem Beginn des Ukrainekriegs unterstützt die Gruppe auch Menschen vor Ort und schickt neben Trosttieren- und Püppchen auch Sachspenden aller Art in die Kriegsregion. „Wir kennen die Leute, die unsere Spenden in die Ukraine bringen persönlich und wissen so auch, dass sie da ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden“, so Franci Schmohl. „Wir haben auch für Soldaten und deren Familie spezielle Anhänger gefertigt.“

Wöchentlich erreichen die Familie zwischen fünf und 15 Pakete mit gespendeten Sachen, die sie dann sichtet, sammelt und weiterschickt. „Im Grunde brauchen wir immer alles“, erklärt Schmohl. Ob Kleidung und Schuhe für Kinder oder Erwachsene, Milchpulver, Spezialnahrung für kranke Menschen, Verbandszeug und Spielsachen. „Gerne nehmen wir auch gebrauchte Puppen – auch ‚nackige‘“, so die Zeesenerin. Die bekommen dann selbstgemachte Kleidung angezogen, bevor sie mit Grundausstattung verschickt werden. „Unsere Puppen reisen immer mit Gepäck“, so Franci lachend. 

Unter den Spenden waren auch schon Kinderfahrräder, Rollstühle und sogar ein Röntgengerät. Auch Stoff- und Wollreste werden immer genommen. Allerdings freuen sich die Gruppengründerinnen am meisten über selbstgemachtes, wie die Sorgenpüppchen sowie über neue Mitstreiter die fleißig mitnähen, -häkeln oder -stricken.

Wer sich gerne beteiligen möchte oder Sachspenden abgeben möchte, kann sich mit Familie Schmohl unter kontakt.kinderlaecheln@gmail.com in Verbindung setzen. Bei Facebook oder auf dem Blog bekommen Interessierte einen Einblick über die Arbeit der Gruppe und finden die Anleitungen für die Handarbeitsprojekte.

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