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Dienstag, 14. April 2026

Mehr Schutz für Kinder: Erste Kinderschutzambulanz öffnet in Potsdam

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KlinikumEvB
Am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam wird die erste Kinderschutzambulanz im Land Brandenburg eröffnet. Foto: Klinikum EvB

In Brandenburg beginnt in diesem Jahr der Aufbau von Kinderschutzinstitutsambulanzen (KIA), spezialisierten medizinischen Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche, bei denen der Verdacht auf Gewalt, Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch besteht. Die Initiative wurde von Gesundheitsministerin Britta Müller angestoßen.

Die erste Kinderschutzinstitutsambulanz wird am 15. April am Klinikum Ernst von Bergmann eröffnet. Eine zweite Einrichtung folgt am 28. April in Eberswalde. Insgesamt sollen im Laufe des Jahres fünf Ambulanzen in den fünf Krankenhausversorgungsregionen des Landes entstehen. Der Standort in Potsdam ist für die Region Havelland-Fläming zuständig.

Brandenburg war bisher das einzige Bundesland ohne eine solche spezialisierte Einrichtung. Mit dem Aufbau der Ambulanzen soll diese Lücke geschlossen und der medizinische Kinderschutz im Land deutlich gestärkt werden. Zum Start überreichte Ministerin Müller dem Potsdamer Klinikum einen Lottomittelscheck über 25.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt zunächst 2026 aus Lottomitteln, um den Aufbau zu ermöglichen. Ab 2027 sollen die Ambulanzen dauerhaft aus dem Landeshaushalt finanziert werden.

Kinderschutzinstitutsambulanzen übernehmen eine wichtige Rolle bei der medizinischen Abklärung von Kindeswohlgefährdungen. Dort untersuchen spezialisierte Fachkräfte Kinder und Jugendliche ambulant, dokumentieren mögliche Verletzungen fachgerecht und liefern damit wichtige Grundlagen für die Arbeit von Jugendämtern, Polizei und Gerichten. Außerdem beraten sie Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Jugendämter und andere Behörden, wenn ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht.

Der Bedarf für solche medizinischen Einschätzungen ist in den letzten Jahren gestiegen. Im Jahr 2024 führten die Jugendämter in Brandenburg 8.501 Verfahren zur Einschätzung möglicher Kindeswohlgefährdung durch. In etwa zehn Prozent dieser Fälle ist nach Einschätzung der Jugendämter eine medizinisch-psychiatrische Begutachtung notwendig. Mit dem Aufbau der Kinderschutzinstitutsambulanzen entsteht erstmals eine landesweit strukturierte medizinische Infrastruktur, um Verdachtsfälle fundierter zu prüfen und betroffene Kinder schneller zu schützen.

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