Mietwagen: Boom mit Folgen für Teltow-Fläming
Für den Anstieg der Mietwagen in Teltow-Fläming war die Kreisverwaltung personell kaum gerüstet, sagen die SPD.Kreistagsabgeordneten Ines Seiler und Erik Stohn.
Die Zahlen sind beispiellos: Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl der Mietwagen im Landkreis Teltow-Fläming mehr als verfünffacht. Waren Ende 2023 noch 240 Fahrzeuge für den Mietwagenverkehr genehmigt, schnellte die Zahl bis Ende 2025 auf 1.357 empor. Auch die Zahl der Anbieter stieg in diesem Zeitraum von 32 auf 76 Unternehmen an. Teltow-Fläming ist damit der Landkreis mit dem größten Zuwachs im Mietwagengewerbe in ganz Brandenburg. Die Entwicklung sorgte auch überregional für Schlagzeilen. Schließlich wird den Mietwagenanbietern vorgeworfen, mit teils unlauteren Geschäftspraktiken das Taxigewerbe in Bedrängnis zu bringen und einen unfairen Wettbewerb zu schaffen. Auch wenn viele der Unternehmen ihre Dienste weiterhin in der Hauptstadt anbieten, seien sie laut Medienberichten wegen der strengeren Regulierung und Kontrollen der Berliner Behörden ins Umland abgewandert, vor allem nach Teltow-Fläming.
Eine Anfrage der SPD-Kreistagsabgeordneten Ines Seiler und ihrem Fraktionskollegen Erik Stohn hat den beiden zufolge ein erhebliches Kontrolldefizit beim Landkreis offenbart. So sei die zuständige Genehmigungsbehörde personell kaum für den Ansturm gerüstet gewesen. 2023 und 2024 sei das gesamte Antragsaufkommen von einer einzigen Teilzeitkraft mit lediglich 25 Wochenstunden bearbeitet worden. Für das Jahr 2026 habe man zwei Vollzeitstellen für Genehmigung, Überwachung und Verwaltung geschaffen, von denen bisher allerdings nur eine Stelle besetzt sei, teilt Landrätin Kornelia Wehlan mit.
Geringe Kontrolldichte
Der Ressourcenmangel schlägt sich auch in der Kontrolldichte nieder. Die Prüfungen der Betriebsabläufe und Unterlagen erfolgten demnach nur „stichprobenartig und nach personellen Kapazitäten“. So habe es im gesamten Jahr 2024 lediglich vier Vor-Ort-Kontrollen in den Kommunen gegeben. Seit 2025 sei im Schnitt eine Kontrolle pro Monat durchgeführt worden – bei einer Flotte von inzwischen über 1.000 Fahrzeugen. Dabei würden Seiler zufolge viele Anbieter die gesetzliche Rückkehrpflicht missachten und ihre Fahrzeuge als illegale Taxis einsetzen. Die Wagen warten demnach meist in Berlin auf Kunden und kehren, anders als vorgeschrieben, nicht nach jedem Auftrag an ihren Betriebssitz im Landkreis zurück. „Damit stehen sie den Menschen in Teltow-Fläming nicht zur Verfügung und tragen in keiner Weise zum Mobilitätsangebot vor Ort bei“, kritisiert Seiler.






