Moorland unter Trockenstress
Das Naturschutzgebiet Zarth gehört zu den bedeutendsten Moor- und Feuchtgebieten Brandenburgs. Seit fast zwei Jahrzehnten werden dort die Entwicklung der Vegetation sowie die Wasserstände wissenschaftlich von Wolfgang Linder und der Naturwacht beobachtet. Die neuesten Ergebnisse zeigen, dass die seit 2018 gehäuft auftretenden Dürre- und Hitzeperioden deutliche Spuren im Zarth hinterlassen.
Das Naturschutzgebiet wird sowohl durch Niederschläge als auch durch grundwassergespeiste Zuflüsse aus den Hochflächen des Flämings mit Wasser versorgt. Dennoch gerät auch dieses Naturschutzgebiet zunehmend unter Druck. Die Auswertungen der Jahre 2007 bis 2025 zeigen, dass dem Zarth klimabedingt weniger Wasser zugutekommt. Besonders die seit 2018 gehäuft auftretenden Dürre- und Hitzeperioden führten dazu, dass Moorböden im Sommer deutlich stärker austrockneten als früher. Auch die regelmäßigen Wasserstandsmessungen der Naturwacht zeigen diese Veränderungen auf. Besonders während der Trockenjahre ab 2018 wurden auf mehreren Untersuchungsflächen sehr niedrige Wasserstände gemessen. Im Verlauf der Jahre sinken die Grundwasserpegel immer früher im Jahr auf Tiefstwerte.
Gerade unter diesen schwierigen Bedingungen zeigt sich jedoch die Bedeutung der bereits umgesetzten Naturschutzmaßnahmen. Das Projekt zur Wiedervernässung des Zarth in 2014/15 und die konsequente Pflege der Feuchtwiesen zeigen Wirkung. Regelmäßige Mahd verhindert die Verbuschung wertvoller Offenlandflächen und fördert zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Zudem werden die Auswirkungen trockener Jahre im Zarth durch den zusätzlichen Quellwasserzustrom teilweise abgepuffert. Im Vergleich zu vielen anderen Moorgebieten Brandenburgs verfügt der Zarth daher über mehr Widerstandskraft gegenüber Trockenphasen.
Dennoch gehen auch hier viele typische Feuchtgebietsarten zurück oder werden von Arten verdrängt, die trockenere Bedingungen besser vertragen. Besonders gut lässt sich die Entwicklung an einer der bekanntesten Pflanzenarten des Gebietes beobachten: dem Breitblättrigen Knabenkraut. Die auffällige Orchidee gilt als Charakterart der Feuchtwiesen im Zarth. In den vergangenen Jahren zeigten die durch die Naturwacht erfassten Blühbestände starke Schwankungen. Während 2017 noch mehr als 14.500 blühende Pflanzen im Gebiet gezählt wurden, waren es 2025 rund 3.100 Exemplare. Solche Schwankungen spiegeln jedoch nicht zwangsläufig die tatsächliche Größe der Population wider, da Orchideen in ungünstigen Jahren zeitweise vollständig unterirdisch verbleiben können.
Aufgrund seiner Größe und der vergleichsweise stabilen Wasserversorgung befindet sich das Naturschutzgebiet insgesamt weiterhin in einem guten Zustand und zählt zu den ökologisch wertvollsten Feuchtgebieten Brandenburgs. Ob es langfristig ein wichtiges Rückzugsgebiet für diese und viele weitere spezialisierte Feuchtgebietsarten bleibt, hängt davon ab, ob ausreichend Wasser im Gebiet gehalten werden kann.
Den Zarth mit der Rangerin entdecken
Wer die faszinierende Moorlandschaft des Zarth selbst erleben möchte, hat am Freitag, 31. Juli, Gelegenheit. Bei einer geführten Tour mit Rangerin Anna Futterer erfahren die Teilnehmer, warum Moore für Klima-, Arten- und Wasserschutz so wichtig sind und welche Veränderungen derzeit im Zarth beobachtet werden. Wer teilnehmen möchte, meldet sich bei Anna Futterer, Naturwacht Brandenburg im Naturpark Nuthe-Nieplitz per Tel. 033748 13573 oder per E-Mail: anna.
futterer@naturwacht.de an. Anmeldeschluss ist am 28. Juli. Der Treffpunkt wird nach Anmeldeschluss per Mail bekannt gegeben.






