Münchehofe feiert 680 Jahre
Am 5. September 2026 können Besucher und Einwohner von 10 bis 0 Uhr am und im Herrenhaus so einiges erleben.
Wer häkelt denn für Bäume? Wenn Einwohner oder Besucher derzeit durch Münchehofe fahren, dann fragen sich das sicherlich einige. So eine kreative Werbung hat man hier vermutlich noch nie gesehen.
„680 Jahre Münchehofe“ ist zum Beispiel darauf zu lesen – und das in allen möglichen Farben, die die Wollkiste von Silvia Kadatz hergegeben hat. Vor rund einem Jahr hat sie ganz alleine mit der Handarbeit angefangen und im Januar an ausgesuchten Bäumen entlang der Hauptstraße aufhängt, damit auch ja keiner vergisst, was dieses Jahr in großem Stil in Münchehofe gefeiert wird.

Rund 18 Monate ist es her, seit der Kultur- und Heimatverein (KuH-Verein) um Gerd Schneider mit weiteren Vertretern aus dem Sport- und Schützenverein sowie dem Gemeindekirchenrat, Senioren und anderen Interessierten in die Planung ging. Eigentlich wollte man bereits die 675 Jahre feiern, als Corona einen Strich durch die Rechnung machte, erinnert sich Schneider. Nun wird es aber durchgezogen: Am Samstag, 5. September 2026, wird die urkundliche Ersterwähnung von Münchehofe im Jahr 1346 gefeiert. Um für all die Attraktionen und Feierwilligen Platz zu haben, wird das Fest auf der Wiese vor dem Herrenhaus stattfinden.
„So hat man bei schlechtem Wetter auch eine Ausweichmöglichkeit nach drinnen“, so Schneider. Bis zum Fest wird die Wiese noch gemäht und der ortsansässige Tischler baut noch eine robuste Treppe, damit alle Gäste sicher ins und aus dem alten Herrenhaus kommen. „Ein großer Dank geht dabei auch an Benedikt Heimberger, der als Besitzer den Park zur Verfügung stellt. Da sind wir sehr dankbar“, betont Silvia Kadatz.
Ritter, Flamenco, Trecker, Tombola und vieles mehr
Die Organisatoren des Jubiläumsfests haben bereits einige Erfahrung mit Veranstaltungsplanung, denn seit der Gründung 2018 laden die Mitglieder des KuH-Vereins regelmäßig zu Wanderungen, zum Osterfeuer, zur Sommerfastnacht, Halloween oder zum Weihnachtsleuchten ein. Trotzdem sei es beim ersten Treffen nicht ganz leicht gewesen, die vielen Ideen aller Mitwirkenden zu sammeln, ordnen und auszuloten, erinnert sich Gerd Schneider schmunzelnd. Seit August ist das Programm der 680-Jahr-Feier aber doch bis ins Detail festgezurrt. Und das kann sich sehen lassen:
Los geht der Festtag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche, den der ortsansässige Posaunenchor musikalisch starten wird. Gleichzeitig wird auch das Fest auf dem Herrenhausgelände eröffnet. Der Eingang zum Areal wird durch zwei große Pfeiler markiert, an dem auch der Losverkauf für die Tombola stattfinden wird. „Zum Fest ist der Eintritt kostenfrei“, so Silvia Kadatz. „Wir würden uns aber sehr freuen, wenn jeder Gast ein Los kauft.“ Und das kann sich wirklich lohnen, denn die Organisatoren haben keine Mühen gescheut, um tolle Preise zu besorgen.
„Die Spendenbereitschaft im Ort war enorm. So sind neben kleinen originellen Sachen wie gehäkelte Ostereier oder selbstgestrickte Strümpfe und Bücher auch Gutscheine für die Physiotherapie, den Frisör, Edeka, die Apotheke oder den Filmpark in Potsdam Babelsberg dabei. Der Hauptpreis ist ein zweistündiger Segeltörn auf dem Köthener See“, verrät Kadatz. Die Preisverleihung findet um 16.45 Uhr statt.
In den Räumen des Herrenhauses können Besucher von 10 bis 20 Uhr unter dem Motto „Stadt, Land, Stift“ Zeichnungen und Aquarelle von Peter Pinnau bewundern und sich beim Ortschronisten und Bürgermeister Ralf Irmscher über die interessante Geschichte Münchehofes informieren. Mit selbigem geht es auch um 11 und um 14 Uhr auf einen Rundgang durchs Dorf.
Für Leckereien ist natürlich auch gesorgt: Es gibt kühle Getränke vom Bierwagen, Deftiges vom Grill, Pommes, Süßes vom Eiswagen, Zuckerwatte und Slush-Eis, dazu ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen. Wer nach der Schlemmerei etwas Bewegung vertragen kann, kann sich Sarah und Katrin bei ihren Kräuterwanderungen anschließen, zu denen sie von 12 bis 17 Uhr regelmäßig einladen und jüngere Gäste können die Energie auf den zwei Hüpfburgen loswerden.

Beim Schießstand des Münchehofener Schützenvereins kann man seine Zielfähigkeiten unter Beweis stellen und tolle Preise gewinnen. Wer mag, kann Luftgewehr auch gegen Pfeil und Bogen tauschen, denn die bekannte Burgwache aus Storkow wird alte Kampfkunst
lebendig werden lassen und Bogenschießen für die Besucher anbieten. Historisch geht es auch bei der Vorführung der Römer zu, und die wunderschön geschmückten Pferde von Gut Birkholz werden die Gäste beim Formationsreiten in Staunen versetzen.
Wer es lieber etwas technischer mag, der kommt bei den Schlepperfreunden aus Philadelphia auf seine Kosten. Vor dem Schlosspark bieten sie regelmäßig Rundfahrten an – auch mit dem beliebten Wackelboot. Ein großer Spaß – und das nicht nur für die kleinen Besucher, wie Gerd Schneider verspricht.
Besonders stolz sei man im Ort auch auf die Jugendfeuerwehr und die gute Nachwuchsarbeit. Deshalb darf eine Vorführung der Floriansjünger natürlich nicht fehlen, wie Kadatz ankündigt.
Getanzt wird bis in die Nacht
Auf der Bühne, die an diesem Tag vor dem Schloss aufgebaut wird, werden drei Damen feurigen Flamenco vorführen und die Hip-Hop-Kids ihr Können unter Beweis stellen, bevor die Tanzfläche ab 18 Uhr für die Disco freigegeben ist. Auch die Bühne ist, wie so vieles im 300-Seelendorf Münchehofe, echte Gemeinschaftsarbeit. „Vom Tischler gabs die passend zugesägten Bretter und drei junge Leute von der Fastnachtstruppe haben dann alles zusammengeschraubt“, so Gerd Schneider. Rund sechs mal acht Meter misst die Tanzfläche, die bereits zur diesjährigen Sommerfastnacht ihre Generalprobe hatte. Fazit: Hält was aus. Dann steht dem gemeinsamen Tanzen bis 0 Uhr an diesem Jubiläumsfesttag nichts mehr im Wege. „Aber zur Not tanzen wir auch auf der Wiese – wie früher“, sagt Silvia Kadatz mit einem Augenzwinkern.






