Nach CSD-Anschlag: Potsdam setzt Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt
Nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD), bei dem eine Frau ums Leben kam und 29 weitere Menschen verletzt wurden, haben bundesweit Gedenkveranstaltungen stattgefunden. Auch in Potsdam versammelten sich am Montagabend nach Polizeiangaben rund 600 Menschen auf dem Alten Markt, um der Opfer zu gedenken und ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen.
Zu der Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam. Für Vielfalt. Gegen Hass.“ hatten die Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit Regenbogen Potsdam e.V. und Katte e.V. aufgerufen. Unter den Teilnehmern waren auch Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und die Gleichstellungsbeauftragte Claudia Sprengel.
In ihrer kurzweiligen Rede sprach Aubel den Opfern, Verletzten und den traumatisierten Besuchern des Berliner CSD ihr Mitgefühl aus. „Wir trauern mit den Opfern und den traumatisierten Besuchern des CSD.“ Zugleich machte sie deutlich, dass sich der Anschlag nicht nur gegen die queere Community gerichtet habe. „Das war kein Anschlag gegen die queere Community, sondern gegen uns alle, gegen eine offene Gesellschaft.“
Bereits im Vorfeld der Gedenkveranstaltung hatten Aubel und Sprengel in einem gemeinsamen Statement ihre Bestürzung über die Gewalttat zum Ausdruck gebracht. „Ein Tag, der für Vielfalt, Freiheit, Sichtbarkeit und die selbstverständliche Gleichberechtigung queerer Menschen steht, wurde von schrecklicher Gewalt überschattet“, erklärten sie. Ihre Gedanken seien bei der getöteten Frau, den Verletzten sowie deren Angehörigen und Freunden.
Beide betonten die besondere Bedeutung des Christopher Street Day als Zeichen für Gleichberechtigung und Menschenrechte. Lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen müssten überall frei und ohne Angst leben und sichtbar sein können. Potsdam stehe solidarisch an der Seite der queeren Community in Berlin und überall dort, wo Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Ausgrenzung, Hass oder Gewalt erfahren.
Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung legten Blumen nieder, eine lange Regenbogenflagge zog sich die Stufen der Nikolaikirche hinauf. Mit einer gemeinsamen Botschaft für Vielfalt, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt endete die Veranstaltung in stillem Gedenken.






