Naturschutz: Trockenrasen in Sperenberg bietet Platz für seltene Arten
Im “Naturschutz- und FFH-Gebiet Sperenberger Gipsbrüche“ wird seit Ende Mai 2026 deutlicher sichtbar, welchen Schatz die seltenen Bodenverhältnissen bieten.
Noch ist für Laien nicht viel zu erkennen von der Artenvielfalt, die der Trockenrasen an der Gipsstraße in Sperenberg gegenüber vom SAV Anglerheim eigentlich bieten kann. Eine Tafel gibt aber seit 27. Mai schon einmal einen Vorgeschmack darauf, welche seltenen Arten die unscheinbare Fläche beherbergen kann. Für Kartäusernelke, Aufrechten Ehrenpreis oder Steppen-Lieschgras bietet der trockene, kalkreiche Sandrasen, der sonst in Brandenburg nur selten vorhanden ist, potenziell beste Bedingungen.
Damit diese Arten auch wirklich gedeihen können, bedarf es einiger Vorarbeit. „Ich dachte früher, dass das nur eine vertrocknete Wiese ist und dass im Naturschutzgebiet keine Eingriffe erfolgen dürfen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall“, erklärt Ortsvorsteher Dargo Porath. Denn nur durch die Entnahme von Gehölzen und regelmäßiges Mähen haben die Pflanzen auch Platz auf der insgesamt rund ein Hektar großen Fläche. „Die Mahd führt dazu, dass Gras reduziert wird und sich andere Arten ausbreiten können“, führt Wiebke Wolf von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg aus. Finanziert werden diese Pflegemaßnahmen vom Landesamt für Umwelt (LfU) im Rahmen des sogenannten Vertragsnaturschutzes, erläutert Maria Dennert aus der Abteilung Naturschutz und Brandenburger Naturlandschaften beim LfU. Gemeinsam mit Wiebke Wolf ist sie für die Naturschutz-Fläche in Sperenberg und viele andere in der Region zuständig. Als Natura-2000-Team-Mitte behalten sie zusammen mit Florian Böhme unter anderem deren Zustand im Auge und halten den Kontakt zu den Menschen, die sich um die Pflege kümmern. Denn ohne diese ginge es nicht, sagt Wiebke Wolf. „Wir sind immer auf die Akteure vor Ort angewiesen. Sperenberg ist da ein Vorbild und ein richtiges Vorzeigeprojekt. Das haben wir nicht überall.“

Ehrenamtler im Einsatz
Ansprechpartner in Sperenberg ist Ortsvorsteher Porath, der sich dabei auf eine sehr aktive Gruppe ehrenamtlicher Aktiver verlassen kann, die er „seine Rentner“ nennt – darunter Joachim Fabarius und Hartmut Jonas. Die Ehrenamtler aus dem Ort sorgen seit vorigem Jahr dafür, dass die Fläche zweimal pro Jahr nach den Vorgaben des LfU gepflegt wird. Bislang sind die eigentlich erwünschten Arten auf dem Trockenrasen eher vereinzelt anzufinden. Doch weil sie nun Platz zum Wachsen haben, werden sie sich nach und nach weiter ausbreiten können. Durch die von Wolf und Dennert gestaltete Tafel, für die Porath kurzerhand selbst ein Gestell gebaut hat, können Wanderer und Naturfreunde aber schon jetzt einen Blick auf die Zukunft eines besonderen Fleckchens Brandenburg erhaschen.





