Naturschutzprojekt bei Beelitz: Mehr Platz für seltene Käuze
Mit der Pflanzung von 60 jungen Obstbäumen erweitert die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg eine historische Streuobstwiese östlich von Elsholz. Ziel der Maßnahme im Naturpark Nuthe-Nieplitz ist es, den Lebensraum des stark gefährdeten Steinkauzes zu verbessern und gleichzeitig die biologische Vielfalt in der Region zu fördern.
Der Steinkauz zählt in Brandenburg zu den bedrohten Vogelarten. Ursache dafür ist vor allem der Verlust strukturreicher Kulturlandschaften mit Wiesen, Hecken und alten Obstbäumen. Auch das schwindende Nahrungsangebot an Mäusen, Insekten und anderen Kleintieren setzt der Art zu.
„Besonders gravierend ist der Verlust traditioneller Streuobstwiesen. Hier finden die Steinkäuze nicht nur geeignete Sitzwarten für die Jagd. Die Vögel verstecken sich in den Höhlen alter Bäume und brüten dort auch“, erklärt Ninett Hirsch vom NaturSchutzFonds Brandenburg.
Die Stiftung ließ die bestehende Streuobstwiese um rund einen Hektar erweitern. Gepflanzt wurden regionale Sorten von Apfel-, Kirsch-, Birnen- und Pflaumenbäumen. Darüber hinaus wurden auch in den älteren Baumreihen neue Obstbäume gesetzt, um langfristig den Bestand zu sichern.
Von den Maßnahmen profitieren nicht nur Steinkäuze. Auch andere seltene Vogelarten wie Wendehals und Neuntöter, die auf der Roten Liste der Brutvögel Brandenburgs stehen, finden dort künftig bessere Lebensbedingungen vor.
Zusätzliche Strukturen schaffen ein Lesesteinhaufen sowie eine rund 70 Meter lange Hecke. Sie bieten weiteren Tierarten Schutz und Nahrung. Die Pflege der Fläche übernimmt künftig Landwirt Jürgen Frenzel aus Elsholz, auf dessen Flächen die Erweiterung umgesetzt wurde. Für Frenzel ist das Projekt auch eine Herzensangelegenheit. „Ich kenne noch die Zeit, als hinter jedem Gehöft im Dorf Obstreihen standen, von denen das ganze Dorf versorgt wurde. Ein Relikt davon möchte ich noch in der Landschaft erhalten.“
Streuobstwiesen gelten als besonders wertvolle Lebensräume. Europaweit beherbergen sie mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie bis zu 6.000 verschiedene Obstsorten. Wegen ihres außergewöhnlichen Artenreichtums werden sie häufig als „Hotspots der biologischen Vielfalt“ bezeichnet. Die Kombination aus locker stehenden Obstbäumen sowie Wiesen- und Weideflächen macht sie zu einem wichtigen Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.






