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Samstag, 17. Oktober 2026

Neue Regelung vor Operationen in Klinik: Patienten dürfen länger trinken​

Potsdam, Potsdam-Mittelmark
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Erik Zedler, Projektleitung und Facharzt im Zentrum für Anästhesie, anästhesiologische Intensivmedizin, OP-Management und Schmerztherapie zeigt das neue Kartensystem. Foto: KlinikumEvB 2026:

Das Klinikum Ernst von Bergmann (KEvB) geht neue Wege in der präoperativen Versorgung und setzt mit dem Projekt „Präoperative Nüchternheit – Trinken bis Abruf“ auf mehr Patientenkomfort und eine verbesserte Patientensicherheit. Künftig erhalten Patienten vor geplanten Operationen spezielle Informationskarten, die auf einen Blick zeigen, bis wann Essen und Trinken vor dem Eingriff erlaubt sind.​

Ziel des Projekts ist es, unnötig lange Nüchternzeiten zu vermeiden. Viele Menschen verzichten aus Sorge vor möglichen Komplikationen bereits viele Stunden vor einer Operation auf Nahrung und Flüssigkeit. Zwar ist ein leerer Magen für die Sicherheit während einer Narkose wichtig, doch eine übermäßig lange Nahrungskarenz kann ebenfalls gesundheitliche Nachteile haben – insbesondere, wenn über längere Zeit nicht getrunken wird.

Bislang galt die Empfehlung, sechs Stunden vor einem Eingriff keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen und zwei Stunden vor Beginn der Narkose auf Flüssigkeiten zu verzichten. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass klare Flüssigkeiten in vielen Fällen sogar bis weniger als 30 Minuten vor der Narkose sicher konsumiert werden können.

Auf Grundlage dieser Studien führt das KEvB nun ein neues, farbcodiertes Kartensystem ein. Die Nüchternheitskarten in Grün, Gelb und Rot geben sowohl Patienten als auch den Behandlungsteams eine klare Orientierung darüber, wann Essen und Trinken vor einer Operation noch erlaubt sind. 

„Lange Nüchternzeiten werden von vielen Patienten als sehr belastend empfunden. Mit den neuen Karten schaffen wir Klarheit und ermöglichen es den Betroffenen, die empfohlenen Trinkzeiten sicher einzuhalten“, erklärt Erik Zedler, Projektleiter und Facharzt im Zentrum für Anästhesie, anästhesiologische Intensivmedizin, OP-Management und Schmerztherapie. „Dadurch steigern wir den Komfort vor der Operation und können unnötige Belastungen vermeiden.“

Auch aus medizinischer Sicht bringt das Konzept Vorteile. „Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass das Trinken klarer Flüssigkeiten bis kurz vor einem Eingriff bei geeigneten Patienten sicher möglich ist. Mit unserem Konzept setzen wir diese Empfehlungen praxisnah, verständlich und konsequent um und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit“, betont Dr. med. Thomas Schmidt, Departmentleiter im Zentrum für Anästhesie, anästhesiologische Intensivmedizin, OP-Management und Schmerztherapie. 

Das Konzept „Trinken bis Abruf“ basiert auf evidenzbasierten Studien und umfangreichen Praxiserfahrungen. Entwickelt wurde es am Helios Klinikum Emil von Behring. Für seine innovative Ausrichtung wurde das Projekt bereits 2024 mit dem zweiten Platz beim Deutschen Preis für Patientensicherheit ausgezeichnet.

Mit der Einführung des neuen Systems unterstreicht das Klinikum Ernst von Bergmann seinen Anspruch, medizinische Versorgung konsequent an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten und gleichzeitig die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt zu stellen.

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