Neue Unit-Dose an Klinik EvB Potsdam: Weniger Fehler, mehr Zeit für Patienten
Das Klinikum Ernst von Bergmann (EvB) setzt seit Anfang Mai auf eine neue Form der Arzneimittelversorgung. Die Krankenhausapotheke hat ein sogenanntes Unit-Dose-System eingeführt. Dabei werden Medikamente automatisiert und individuell für Patientinnen und Patienten verpackt und gekennzeichnet.
Ziel ist es, Medikationsfehler zu reduzieren und gleichzeitig Pflegekräfte zu entlasten. „Mit dem Unit-Dose-System erhöhen wir die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten“, erklärt Dr. rer. nat. Ulrich Warnke, Chefapotheker des Klinikums.
Vom Rezept bis ans Krankenbett
Der Prozess beginnt mit der digitalen Medikamentenverordnung durch die Ärzte. Die Krankenhausapotheke prüft Dosierung, Wechselwirkungen und die Auswahl der Arzneimittel. Nach der pharmazeutischen Freigabe werden Tabletten und Kapseln von zwei Automaten einzeln in patientenbezogene Tütchen verpackt. Ein Kontrollgerät überprüft anschließend jeden Blister. Auf den Stationen werden die Medikamente vom Pflegepersonal ausgegeben und die Verabreichung digital dokumentiert.
Für die Pflege bedeutet das eine deutliche Entlastung: Das bisher zeitaufwendige Zusammenstellen der Medikamente auf den Stationen wird weitgehend automatisiert. Die gewonnene Zeit soll für die direkte Betreuung der Patienten genutzt werden.
Auch für Patienten bietet das System Vorteile. Die Medikamententütchen sind eindeutig beschriftet und informieren über die Einnahme. Über einen QR-Code können zusätzliche digitale Gebrauchsinformationen abgerufen werden
Pilotphase startet in der Urologie
Zunächst wird das neue Verfahren in der Klinik für Urologie eingesetzt. In den kommenden Monaten soll die Unit-Dose-Versorgung schrittweise auf weitere Normalstationen ausgeweitet werden. Langfristig soll damit ein vollständig digitaler Medikationsprozess entstehen – von der ärztlichen Verordnung über die Prüfung und Ausgabe bis zur dokumentierten Einnahme.






