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Sonntag, 14. Juni 2026

Nicht am falschen Ende sparen​

Ein Kind nimmt ein kleines rotes Papierherz aus einer Geldbörse.
Vom Unterhaltsvorschuss profitieren zurzeit hunderttausende Kinder in Deutschland - besonders aus Alleinerziehenden-Familien. Symbolfoto: KI

Verbände starten eine Petition, um sich gegen die Pläne zur Streichung des Unterhaltsvorschusses zu positionieren.

Nicht bei den Kindern sparen – das ist die Forderung vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V., dem SHIA-Bundesverband e.V. und anderen Organisationen. Denn genau das steht zurzeit im Raum und es gibt Vorschläge der Sozialstaatskommission, den Unterhaltsvorschuss zu streichen. Wenn dies passiert, verlören deutschlandweit rund 855.000 betroffene Kinder ihren Anspruch. ​

Einen Unterhaltsvorschuss bekommen Kinder unter 18, die keinen oder nicht wenigstens den Mindestunterhalt vom unterhaltspflichtigen Elternteil bekommen. Je nach Alter bekommen die Kinder bis zu 227, 299 oder 394 Euro vom Staat ausgezahlt. Das sind jährlich 3,24 Milliarden Euro, die sich der Staat vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurückholen kann (Rückgriff) – was in der Praxis aber nur in 17 Prozent der Fälle funktioniert. 

Um die Streichung des Unterhaltsvorschusses zu verhindern, haben die Verbände auf der Plattform Campact eine Petition gestartet. Laut Petisten würde die Streichung des Unterhaltsvorschusses vor allem Alleinerziehende und deren Kinder betroffen, die eh schon finanziell belastet sind. Auch für Familien, die Bürgergeld oder Grundsicherung beziehen, wäre die Streichung ein merklicher finanzieller Einschnitt. 

„Statt sich um einen funktionierenden Rückgriff zu kümmern, werden die Falschen weiter belastet“, heißt es in der Petition. „Statt am falschen Ende zu sparen, fordern wir die Bundesregierung auf, ihre eigenen Pläne aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen.“ Dort heißt es nämlich unter anderem, dass Unterhaltsschuldner härter sanktioniert werden sollen, wie beispielsweise durch den Entzug des Führerscheins, um die Rückgriffquote zu erhöhen. Auch Pfändungsfreigrenzen sollen überprüft werden und im nächsten Schritt Alleinerziehende und deren Kinder besser unterstützt werden.

Wer die Petition unterstützen und sich weiter über das Thema informieren möchte, kann dies online auf https://weact.campact.de/petitions/unterhaltsvorschuss-nicht-streichen.

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