Nicht jedes Kind entwickelt sich gleich: Potsdamer Ärztin über Diagnosen und Elternsorgen
Wann ist eine Entwicklung noch normal? Und wann steckt mehr dahinter? Dr. Mona Dreesmann, Chefärztin des Sozialpädiatrischen Zentrums am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam, kennt die Sorgen vieler Eltern. Im Podcast „Kasack und Köpfe“ spricht sie darüber, warum Kinder nicht auf Diagnosen reduziert werden sollten.
Seit rund 30 Jahren arbeitet Dreesmann in der Sozialpädiatrie. Zu ihr kommen Familien mit Fragen zu Entwicklungsverzögerungen, Sprachproblemen, Epilepsie oder Auffälligkeiten bei Motorik und Verhalten.
Doch hinter einem Symptom können ganz unterschiedliche Ursachen stecken. Ein Kind, das sich schlecht konzentriert, muss nicht automatisch ADHS haben. Und wenn ein Kind kaum spricht, kann auch eine Hörstörung dahinterstecken. Deshalb setzt Dreesmann auf eine umfassende Betrachtung des Kindes und seines Umfelds.
Im Potsdamer Sozialpädiatrischen Zentrum arbeiten dafür verschiedene Berufsgruppen zusammen. Entscheidend sei aber nicht nur, was ein Kind nicht könne, sondern ebenso, was es gut kann und welche Ressourcen eine Familie hat.
Dreesmanns Haltung lässt sich an einer kleinen Szene besonders gut beschreiben: Wenn ein Kind beim Ausziehen der Schuhe eine Menge Sand hinterlässt, freut sie sich. Denn dann weiß sie: Das Kind war draußen, hat gespielt und die Welt entdeckt.
Im Podcast „Kasack und Köpfe“ spricht Dreesmann mit André Puchta über ihren Berufsalltag, Diagnosen, die Sorgen von Eltern und die Frage, wie Kinder bestmöglich unterstützt werden können.






