Niedax Group und Netz 33 starten privat finanziertes Projekt: Glasfaserausbau für den Krisenfall
Mit einem ersten Spatenstich in Oehna, einem Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf, beginnt ein ambitioniertes Infrastrukturvorhaben, das nach Angaben der Betreiber einmal zu einem bundesweiten Glasfaser-Backbone (deutsch: Rückgrat) mit 33.000 Kilometern Länge wachsen soll. Auf den ersten 130 Kilometern entlang einer Bahntrasse will die Netz 33 GmbH gemeinsam mit der Niedax Group eine Teststrecke schaffen, die sichere und hochverfügbare Datenübertragung unter Realbedingungen demonstrieren soll.
Das Vorhaben wird von den Initiatoren als Beitrag zur digitalen Resilienz angekündigt – also als Netz, das auch bei Störungen, Sabotage oder Krisen funktionsfähig bleiben soll. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach lobten das Projekt bei der Vorstellung als wichtigen Impuls für den Standort und die Versorgungssicherheit. In den nächsten Jahren werden knapp 8 Milliarden Euro entlang der Schienenkorridore investiert.
Die Betreiber verweisen auf einen wachsenden Bedarf an ausfallsicheren Kommunikationsnetzen sowie auf Milliardenverluste durch Cyberangriffe und Sabotage. Die 130 Kilometer zwischen Jüterbog, Falkenberg und Lutherstadt Wittenberg sollen nun zeigen, ob das Konzept tragfähig ist. Es befindet sich in praxisnaher Umgebung, in der Nutzer ganz konkret erfahren können, wie ein sicheres, resilientes und hochverfügbares Netz auch in Krisen- und Störungsszenarien funktioniert. Mehr noch. In dieser realitätsnahen Entwicklungs- und Erprobungsumgebung, ist es Interessenten erstmals möglich, auch individuelle Anwendungen auf Basis modernster Glasfasertechnologie unter echten Betriebsbedingungen zu testen und weiterzuentwickeln.
Auch Niedergörsdorfs Bürgermeisterin Doreen Boßdorf war vor Ort. Sie hofft, dass der Glasfaserausbau den Standort weiter stärkt. Oft heiße es zwar, Niedergörsdorf befinde sich weit weg und die Infrastruktur sei nicht gut ausgebaut. Das treffe aber nicht zu, betonte sie. Mit dem Ausbau des digitalen Netzes werde dieser Eindruck nun weiter korrigiert.




