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Donnerstag, 14. Mai 2026

Poledance: Florence Dymke aus Ludwigsfelde erreicht zweiten Platz bei Deutscher Meisterschaft

Ludwigsfelde
An einer Stange auf einer Bühne vollführt eine Frau mehrere Meter über dem Boden eine artististsche Figur. Auf dem Boden steht ein pappaufsteller eines DeLoreans aus dem Film "Zurück in die Zukunft".
Für zwei Wettkämpfe in diesem Jahr hat Florence Dymke zusammen mit Wiebke Schröder eine Choreografie entwickelt, die Charakteristika der „Zurück in die Zukunft“-Filme  aufgreift. ⇥Foto: Daniel Hohmann

Die 36-Jährige war bei der Deutschen Pole & Aerial Meisterschaft in Dessau im April 2026 erfolgreich. Statt Klischees hat sie in dem Sport viel für sich entdeckt.

​Spärlich bekleidete Frauen, die in zwielichtigen Etablissements an einer Stange tanzen – dank zahlloser Filme ist das vielleicht die erste Assoziation, die Menschen beim Wort Poledance haben. Doch es ist längst ein anerkannter und zunehmend verbreiteter Freizeit-Sport, der Tanz, Krafttraining, Akrobatik sowie Kreativität verbindet und auch von Männern ausgeübt wird. Der Internationale Poledance-Verband IPSF bemüht sich sogar, Poledance als olympische Disziplin aufnehmen zu lassen.​

All das wusste die Ludwigsfelderin Florence Dymke aber nicht, als sie mit dem Sport das erste Mal in Kontakt kam, als sie vor elf Jahren in Berlin die Tanzschule Redlight Dance entdeckte. „Ich habe mich damals nicht getraut, hinzugehen, weil ich mir dachte: ,Was sollen die Leute denken‘“, erinnert sie sich. Inzwischen hat sie aber den Sport nicht nur schätzen gelernt, sondern betreibt ihn auf Meisterschaftsniveau – und das mit Erfolg: Bei der Deutschen Pole & Aerial Meisterschaft vom 10. bis 12. April in Dessau hat sie in der Kategorie „Artistic Pole Amateur Senior 30+ Women“ mit ihrer Performance zum Thema „Zurück in die Zukunft“ den zweiten Platz belegt.

Florence Dymke (36) aus Ludwigsfelde sitzt auf einem Stuhl und schaut in die Kamera.
Im Poledancing findet Florence Dymke einen Ausgleich zu ihrem Alltag. Foto: Studioline Berlin

Poledance kombiniert vieles, das sie schon früher sportlich beschäftigt hat. Den Anfang machte im Alter von vier Jahren Ballettunterricht, weil auch ihre ältere Schwester diesen voller Leidenschaft betrieb. „Das habe ich aber nicht lange gemacht“, erinnert sie sich. Stattdessen kam später Kampfsport hinzu. Rund zehn Jahre lange macht sie Kung-Fu. „Dort braucht man viel Körperspannung, Akkuratesse und es werden sehr viele Muskeln aktiviert.“ Nach dem Kampfsport kam eine längere sportliche Pause, in der sie sich Karriere und Familie widmete und nebenbei Fitness betrieb. 

Doch vor zwei Jahren wollte sie wieder mehr für sich tun und meldete sich bei einer App an, die viele sportliche Angebote bündelt. Als sie erneut auf die Tanzschule stieß, nahm sie ihren Mut zusammen, auch wenn sie nicht wusste, was sie erwartet. Schnell sah sie, dass Poledance nicht nur weit jenseits aller Vorurteile stand, sondern auch ein Ganzkörper-Workout bot. „Meine Familie hat das anfangs kritisch hinterfragt“, sagt sie lachend. Doch seit alle um sie herum gesehen hätten, wie gut es ihr tue, gehöre das der Vergangenheit an. „Es ist ein toller Ausgleich zum Alltag und lässt mich alles andere vergessen.“ Der 36-Jährigen geht es dabei nicht allein um den sportlichen Charakter, sondern auch um die Gemeinschaft, die sich rund um den Sport aufgebaut hat, der zudem sehr viele unterschiedliche Facetten hat. Nachdem Florence Dymke schon früh Interesse an den Wettbewerben hatte, die im Poledance bis hin zur internationalen Ebene ausgerichtet werden, begann sie im vorigen Sommer eine Choreografie für zwei Wettbewerbe zu entwickeln. Da sie die „Zurück in die Zukunft“-Filme liebt, wählte sie diese als Thema aus. 

„Meine Trainerin Wiebke Schröder ist auch Choreografin, und sie war begeistert von dem Thema, weil es das bisher noch nicht gab“, freut sich Dymke. Basierend auf dem Regelwerk der Wettbewerbe, das verschiedene Elemente an der Static und Spinning Pole sowie einen Bodenteil und schauspielerische Komponenten vorschreibt, entwickelte sie zwei Varianten. Die für Deutschlands größten Poledance-Wettbewerb „Aerial Amity Art“, der Ende März stattfand, war 3,5 Minuten, die für den Wettbewerb in Dessau vier Minuten lang. Neben den Bewegungen gehören auch Requisiten, Kostüme und weitere Darsteller zu ihrem Konzept, welches im Vorfeld der Wettbewerbe eingereicht und genehmigt werden musste. 

Die Deutsche Meisterschaft in Dessau war für sie ein tolles Erlebnis. „Da waren auch Teilnehmerinnen über 60 dabei. Ich war fasziniert, zu welcher Leistung sie fähig sind“, so Dymke. Für alle Interessierten hat sie einen Rat: „Lasst Euch nicht vom Klischee abschrecken!“. 

Mehr Infos gibt es auf  www.odps.de und www.
redlightdance.de
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