Potsdamer Kliniken ordnen Fachbereiche neu: EvB und St. Josefs-Krankenhaus trennen sich jeweils von zwei Bereichen
Das Klinikum Ernst von Bergmann und das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus ordnen ihre medizinischen Angebote neu. Beide Krankenhäuser konzentrieren sich künftig auf ausgewählte Schwerpunkte. Ziel ist eine langfristig gesicherte Versorgung in Potsdam und Brandenburg. Die bundesweite Krankenhausreform führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der Krankenhauslandschaft.
Hintergrund sind neue gesetzliche Vorgaben, die eine stärkere Spezialisierung von Krankenhäusern vorsehen. Künftig werden medizinische Leistungen verstärkt an einzelnen Standorten gebündelt. Dabei spielen unter anderem personelle Qualifikationen, Mindestmengen und Qualitätskriterien eine zentrale Rolle. Doppelstrukturen sollen abgebaut und die medizinische Versorgung effizienter organisiert werden.
Am Klinikum Ernst von Bergmann werden die Bereiche Orthopädie und Gefäßchirurgie künftig nicht mehr angeboten. Das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus wird sich zum 1. August 2026 aus den Bereichen Neurologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe zurückziehen.
Leistungen, die bereits an anderen Standorten auf hohem Niveau erbracht werden, sollen nicht parallel vorgehalten werden. „Die Menschen in Potsdam und Brandenburg sollen auch künftig auf eine hochwertige, verlässliche und wohnortnahe Versorgung vertrauen können“, erklärte Tomislav Gmajnic, Sprecher der Geschäftsführung am Klinikum Ernst von Bergmann. „Diese Entscheidung ist keine Bewertung der Arbeit der Teams“, sagte der Regionalgeschäftsführer des Alexianer St. Josefs-Krankenhauses Alexander Mommert.
Gleichzeitig wollen die Alexianer ihre Schwerpunkte ausbauen. Gemeinsam mit der Oberlinklinik, die ab Januar 2027 mehrheitlich zum Verbund gehören soll, konzentriert sich das Krankenhaus künftig unter anderem auf Chirurgie, Innere Medizin, Gefäßmedizin und Orthopädie. Damit übernimmt das Haus teilweise Leistungsbereiche, die künftig nicht mehr am Klinikum Ernst von Bergmann angeboten werden.
Nach Angaben beider Krankenhäuser wurden die Veränderungen mit dem brandenburgischen Gesundheitsministerium abgestimmt. Laufende Behandlungen und bereits vereinbarte Termine sollen geordnet fortgeführt werden. Betroffene Patienten würden rechtzeitig über Änderungen informiert.
Die Krankenhausreform gilt bundesweit als eine der größten Umstrukturierungen des Gesundheitswesens der vergangenen Jahrzehnte. Ihr Ziel ist es, medizinische Qualität zu sichern, Fachpersonal gezielter einzusetzen und die Versorgung angesichts steigender Anforderungen langfristig stabil zu halten. Für Potsdam bedeutet dies eine stärkere Arbeitsteilung zwischen den Krankenhäusern – verbunden mit der Hoffnung, die medizinische Versorgung der Region dauerhaft auf hohem Niveau zu sichern.





