Potsdamer Projekt warnt: Neue Rentenpflicht könnte Gründerinnen abschrecken
Die geplante Einführung einer Rentenversicherungspflicht für künftige Selbstständige sorgt bei vielen gründungsinteressierten Frauen in Brandenburg für Verunsicherung. Davor warnt das Potsdamer Projekt „Perspektiveändigkeit für (alleinerziehende) Frauen“, das seit 2023 Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet.
Hintergrund sind Überlegungen der Bundesregierung, die Empfehlungen der Alterssicherungskommission bis Ende 2026 in ein Gesetzespaket zu überführen. Dazu gehört auch eine verpflichtende Altersvorsorge für Selbstständige. Nach Einschätzung des Projekts könnte die Reform insbesondere Frauen treffen, die häufig als Solo-Selbstständige im Dienstleistungsbereich gründen und nur über begrenzte finanzielle Rücklagen verfügen.
„Deutschland braucht mehr Menschen, die gründen, nicht weniger“, betont Projektleiterin Susann Schmelzer. In den Beratungsgesprächen zeige sich immer wieder, dass zusätzliche Kosten und bürokratische Anforderungen potenzielle Gründerinnen abschrecken könnten.
Besonders betroffen seien Frauen nach der Elternzeit sowie Alleinerziehende, für die Selbstständigkeit oft eine Möglichkeit sei, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Zusätzliche Pflichtbeiträge und weitere Nachweispflichten könnten die wirtschaftliche Attraktivität einer Gründung deutlich verringern, so die Befürchtung.
Das Projekt fordert deshalb eine Reform der Altersvorsorge, die die besonderen Bedingungen von Solo-Selbstständigen berücksichtigt. Zudem plädiert es für weniger Bürokratie und eine Gründungspolitik, die Unternehmertum fördert statt erschwert.
Nach Ansicht der Initiatoren steht dabei mehr auf dem Spiel als einzelne Geschäftsgründungen. Gerade in strukturschwächeren Regionen Brandenburgs seien neue Unternehmen wichtig für Innovation, Fachkräftesicherung und wirtschaftliche Entwicklung. Jede nicht realisierte Gründung bedeute weniger Wertschöpfung und geringere wirtschaftliche Dynamik.
Das Projekt „Perspektiveändigkeit für (alleinerziehende) Frauen“ wird von der Social Impact gGmbH getragen und durch Mittel der Europäischen Union sowie des Landes Brandenburg gefördert. Es bietet gründungsinteressierten Frauen kostenlose Beratung, Seminare und Netzwerkveranstaltungen an. Die nächsten kostenlose Termine sind zu finden: https://perspektive-selbststaendigkeit.de/.






