Potsdams Kreativ Quartier ist eröffnet – jetzt muss es lebendig werden
Nach mehreren Jahren Planung und Bau ist das Kreativ Quartier Potsdam an der Plantage offiziell eröffnet worden. Auf dem Areal zwischen Garnisonskirche und Kutschstall sind auf rund 25.000 Quadratmetern Büros, Ateliers, Studios, Werkstätten und Veranstaltungsflächen entstanden. Das Quartier soll Kultur- und Kreativwirtschaft, Unternehmen, Bildung und Öffentlichkeit zusammenbringen.
Für die Stadt ist das Projekt auch deshalb von Bedeutung, weil kreative Nutzungen in Innenstadtlagen zunehmend unter Kostendruck geraten. Im Kreativ Quartier sind deshalb rund 16.000 Quadratmeter dauerhaft für die Kultur- und Kreativwirtschaft vorgesehen. Etwa 8.000 Quadratmeter davon sind zusätzlich mietpreisgebunden.
Zu den ersten Nutzern gehören unter anderem die Genossenschaft Langer Stall Potsdam, die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte, die Future Minds gGmbH mit dem Digital- und Designzentrum TUMO. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel sieht darin einen wichtigen Schritt für die Stadt. Das Quartier gebe der Kultur- und Kreativwirtschaft einen „festen, sichtbaren Platz im Herzen unserer Stadt“. Zugleich sei die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Kreativwirtschaft und privater Projektentwicklung ein Beispiel dafür, wie kreative Nutzungen langfristig in der Innenstadt gesichert werden könnten.
Anders als bei einem klassischen Bürostandort soll das Areal auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Passagen, Höfe und Wege verbinden die einzelnen Gebäude. Offene Erdgeschosszonen und Gemeinschaftsflächen sollen Begegnungen zwischen ermöglichen.
Die Vorgeschichte des Projekts reicht mehrere Jahre zurück. Nachdem das frühere Rechenzentrum zeitweise von Kulturschaffenden genutzt worden war, begannen Stadtverwaltung, Politik, Sanierungsträger und Vertreter der Kultur- und Kreativwirtschaft ab 2017 mit der Suche nach einer dauerhaften Perspektive. 2019 wurde das Konzept für die Entwicklung des Areals vergeben. 2022 wurde der Grundstein gelegt, ein Jahr später Richtfest gefeiert. Bis zur Fertigstellung musste das Projekt unter anderem mit den Folgen der Pandemie, Lieferengpässen sowie gestiegenen Energie- und Baukosten umgehen.
Architektonisch ist das Quartier nicht als einzelner großer Gebäudekomplex angelegt. Die Planer orientierten sich am Prinzip einer „Stadt in der Stadt“. Mehrere Gebäude, Höfe und Passagen bilden ein eigenes Ensemble. Gleichzeitig soll das Quartier stärker mit seiner Umgebung verbunden werden. Die Stadt sieht es als Teil einer „Kreativen Mitte“, die sich vom Alten Markt mit Potsdam Museum und Museum Barberini über den Neuen Markt und das Brandenburg Museum bis zur Plantage erstreckt.
Ob aus dem neuen, attraktiven Standort tatsächlich ein lebendiger Treffpunkt der Potsdamer Kreativszene wird, muss sich allerdings erst zeigen. Die räumlichen Voraussetzungen sind geschaffen. Nun beginnt die eigentliche Bewährungsprobe für das Konzept: Ob aus Büros, Ateliers und Veranstaltungsflächen auch ein Ort entsteht, an dem sich die Stadt regelmäßig begegnet.






