Preisträger für Franz-Bobzien-Preis kommen aus Ludwigsfelde und Falkensee
2026 sind erstmals zwei Initiativen mit dem Preis der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte Sachsenhauen ausgezeichnet worden.
Mit dem zweijährig vergebenen Franz-Bobzien-Preis der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte Sachsenhausen sind in diesem Jahr erstmals zwei Preisträger ausgezeichnet worden. Das ist zum einen das Projekt „Demokratie erfordert Engagement – Tu was!“ unter Federführung des care4democracy e.V. aus Falkensee sowie das Projekt „Spurensicherung“ des Arbeitskreises „Zwangsarbeit Gedenken“ aus Ludwigsfelde.
Der noch junge, überparteiliche Verein aus Falkensee setzt bewusst auf niedrigschwellige Formate, um über die Geschichte des Faschismus aufzuklären und demokratische Werte zu fördern. Dafür organisiert er regelmäßig Lesungen, Filmabende, Diskussionsveranstaltungen und Kunstaktionen, bei denen die Teilnehmer miteinander sowie mit geladenen Experten ins Gespräch kommen. Entstanden war der Verein als Reaktion auf zunehmende, demokratiefeindliche Tendenzen und eine wachsende rechtsextreme Szene in der Stadt.
Das Projekt „Spurensicherung“ macht die fast vergessene Geschichte eines ehemaligen KZ-Außenlagers des NS-Rüstungssystems in Ludwigsfelde sichtbar. Mehr als zehntausend Zwangsarbeiter wurden dort während der NS-Zeit in der Flugzeugmotorenproduktion eingesetzt. In der Stadt erinnert heute kaum noch etwas daran. Mit Gedenkspaziergängen, Diskussionsveranstaltungen, Filmvorführungen sowie einer Website mit interaktiver Karte möchte der Arbeitskreis die verschütteten Spuren wieder freilegen. Die Auszeichnung der beiden Projekte nahm in Vertretung des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, als Schirmherr des Franz-Bobzien-Preises, Staatssekretär Dr. Johannes Wagner aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt vor. Die Projekte teilen sich das Preisgeld von 5000 Euro.
„Beide Projekte machen auf ihre Weise deutlich, dass Demokratie und Toleranz nicht nur große, hehre Worte sind, sondern dass die Werte, für die sie stehen – Menschlichkeit Respekt, Freiheit, Teilhabe und die Achtung von Menschenrechten – tagtäglich in Brandenburg von engagierten Menschen mit Leben erfüllt werden“, würdigte der Staatssekretär die beiden Gewinnerprojekte in seiner Ansprache.




