Qualität bei der Kinderbetreuung muss erhalten bleiben
Bei einer Podiumsdiskussion in Zeuthen wurde die Zukunft der Kita- und Horteinrichtungen thematisiert.
Der Landkreis Dahme-Spreewald hat beschlossen, die Kommunen ab 2026 nur noch für eine tägliche Betreuungszeit von maximal acht Stunden in Kitas und Krippen sowie fünf Stunden in Horten finanziell zu unterstützen. Die bisherige dritte Betreuungsstufe, die eine über diese Zeiten hinausgehende Betreuung ermöglichte, wird künftig nicht mehr kofinanziert – mit spürbaren Folgen für Kinder, Eltern, Erzieher und die gesamte Region. Hintergrund ist die Entscheidung des Landes Brandenburg, entsprechende Bundesmittel nicht länger bereitzustellen.
Der Kita-Elternbeirat Dahme-Spreewald hatte Ende März Experten sowie Vertreter aus Politik und Praxis zu der Veranstaltung „Kita & Hort zwischen Krise und Zukunft“ eingeladen. In der gut gefüllten Mehrzweckhalle in Zeuthen fand ein dreistündiger Austausch über die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der frühkindlichen Bildung statt. An der Diskussion beteiligten sich neben Anika Darmer (Bündnis 90/Die Grünen) unter anderem auch die Landtagsabgeordneten Elske Hildebrandt (SPD) und Falk Peschel (BSW), sowie Kreistagsvorsitzende Olaf Schulze (CDU), Stephan Wende (Linke) und weitere Politiker.
„Nicht alle Eltern können im Homeoffice arbeiten oder haben kurze Wege. Wenn zur Arbeitszeit noch Pendelwege kommen, reichen acht Stunden nicht aus. Gerade im ländlichen Raum sind längere Betreuungszeiten oft notwendig. Wenn diese Finanzierung wegfällt, stehen Einrichtungen vor der Wahl: kürzere Öffnungszeiten oder überlastetes Personal – beides geht zulasten der Qualität“, sagte Anika Darmer.
Nicht nur die Betreuungszeiten brannten vielen unter den Nägeln, auch die Rahmenbedingungen rückten zunehmend in den Mittelpunkt der Debatte. Die Qualität der pädagogischen Arbeit stehe und falle mit den Fachkräften, so sagte die promovierte Sonderpädagogin und sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Familie der Gemeindevertretung Zeuthen. „Die pädagogische Arbeit lebt von der Bindung zwischen Fachkraft und Kind“, sagte die zweifache Mutter aus Zeuthen. Die Diskussion um den Bildungsplan habe viele verunsichert. Dabei sollten diese auf ihre eigene Fachlichkeit und Erfahrung vertrauen. Darmer mahnte außerdem an, die verfügbaren Mittel von Bund, Land und Kreis im Bereich Bildung zu belassen, statt damit andere Haushaltslöcher zu stopfen. Die Debatte zu den Elternbeiträgen müsse differenziert geführt werden. Sozial gestaffelte Beiträge seien ein solidarisches Instrument und sollten nicht vorschnell abgeschafft werden.





