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Samstag, 17. Oktober 2026

Radwegebau in Dahme-Spreewald geht voran​

Dahme-Spreewald
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Seit 2021 wurden im Kreis mit Mitteln aus dem Kreisstrukturfonds 41,5 Kilometer Radwege beplant beziehungsweise gebaut. 2027 soll mit der Radvorrangroute zwischen KW und dem BER gestartet werden.​

Zwischen ländlicher Weite und Ballungsraum – die Nähe zu Berlin, die Weite der Lieberose Heide oder auch die Kanäle des Spreewaldes kennzeichnen die unterschiedlichen Gegebenheiten im Landkreis Dahme-Spreewald. ​

In der Region zwischen der Bundeshauptstadt und der Lausitz gibt es viel zu entdecken. Zahlreiche Radwegverbindungen laden zum Erkunden ein und dienen gleichzeitig dem Alltagsradverkehr. Diese Verkehrsverbindungen besitzen im Landkreis Dahme-Spreewald einen besonderen Stellenwert. Dahme-Spreewald ist einer der wenigen Landkreise in Deutschland, welcher im Rahmen eines eigenen Förderprogramms – des Kreisstrukturfonds – Fördermittel für die Realisierung von Radwegen zur Verfügung stellt. Doch der Bau und die Unterhaltung von Radwegverbindungen sind nicht einfach, denn Zuständigkeit, Finanzausstattung und personelle Kapazitäten variieren stark. In Brandenburg können Radwege in der Zuständigkeit von Gemeinden und Städten, von Landkreisen oder dem Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg (LS) gebaut und unterhalten werden. Der Landesbetrieb ist zuständig für den Bau und die Unterhaltung von Radwegen an Landes- und Bundesstraßen, der Landkreis für Radwege an Kreisstraßen und die Gemeinden für Radwege an Gemeindestraßen. Möchte eine Gemeinde einen Radweg an einer Landesstraße bauen, ist dies mit Abstimmung mit dem Landesbetrieb zwar möglich, aber nicht die originäre Aufgabe der Gemeinde.

Radverkehrskonzepte im Landkreis Dahme-Spreewald und im Land Brandenburg

Der Landkreis Dahme-Spreewald hat mit dem Radverkehrskonzept „LDS 2021“ sowie dem Kreisstrukturfonds wichtige Grundsteine für den Ausbau der Radwege im Landkreis gelegt und ermöglicht damit den Städten und Gemeinden die Nutzung von Fördermitteln für den Alltagsradverkehr, auch an Landes- und Bundesstraßen. Im Rahmen dieses Radverkehrskonzeptes wurden in unterschiedlichen Prioritätenlisten Radwegverbindungen aufgeführt, welche für ein zusammenhängendes Radverkehrsnetz im Landkreis Dahme-Spreewald entwickelt werden sollen. Seit 2022 können diese Projekte gemäß Kreisstrukturfonds-Richtlinie mit bis zu 80 Prozent der entstehenden Kosten gefördert werden. In den letzten Jahren konnten 20 Projekte aus den Kommunen des LDS mit 28 Förderbescheiden und einer Gesamthöhe von 4.934.676,84 Euro unterstützt werden. Darin enthalten sind Fördermittel für den Bau von Radabstellanlagen, Planungsleistungen, Bauleistungen sowie Sonderprojekte, welche zu einer signifikanten Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur im Landkreis beitragen. 

Insgesamt wurden seit 2021 41,5 Kilometer Radwege beplant beziehungsweise mithilfe des Landkreises gebaut. Drei weitere Projekte wurden mit insgesamt fünf Zuwendungsbescheiden in Höhe von rund 414.000 Euro bezuschusst. Diese Projekte wurden im Laufe der Zeit nicht weiterverfolgt und die Zuwendungen wurden dem Landkreis zurückgegeben.

Auch das Land Brandenburg verfolgt eine Radverkehrsstrategie. Auf Grundlage dieser Radverkehrsstrategie 2030 des Landes Brandenburg und des brandenburgischen Mobilitätsgesetzes (BbgMobG) wurde am 20. Februar 2026 das Konzept Radnetz Brandenburg veröffentlicht. Dieses stellt die baulastträgerübergreifende Bedarfsgrundlage für Radverkehrsinfrastruktur im Land Brandenburg dar und beinhaltet auch die Bedarfsgrundlage für den Neubau von Außerortsradwegen an Bundes- und Landesstraßen. Es ersetzt somit die im Jahr 2018 veröffentlichte Bedarfsliste für Radwege an Bundes- und Landesstraßen.

Aufgrund der Vielzahl der im Konzept enthaltenen Verbindungen wird unter Federführung des Landesbetriebs Straßen derzeit ein Umsetzungsplan erstellt. Gemeinsam mit den beteiligten Baulastträgern, also den Landkreisen und Kommunen, werden hierbei die wichtigsten Verbindungen zu ermitteln sein, die in den nächsten fünf Jahren schwerpunktmäßig bearbeitet werden.

Sonstige Radwegebaumaßnahmen im Landkreis Dahme-Spreewald

Neben den im Rahmen des Kreisstrukturfonds realisierten Projekten wurden seit 2021 insgesamt fünf Radwegabschnitte in Baulastträgerschaft des Landkreises saniert, drei Radwege mit einer Gesamtlänge von 27 Kilometern grundhaft erneuert/ausgebaut sowie zwei Brücken gebaut/saniert. Darunter fällt auch der Brückenneubau zwischen dem Löptener Dreieck und Klein Köris, der Radweg zum Tropical Islands sowie der Neubau des Heideradweges. Zusätzlich hat der Landkreis 2020 und 2021 bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) Fördermittel in Höhe von mehr als 2,5 Millionen Euro für die Modernisierung touristischer Radrouten akquiriert (Dahmeradweg, Gurkenradweg, Spreeradweg sowie Fürst-Pückler-Weg). 

2023 konnten darüber hinaus für die Modernisierung der Radwege M3 und M6 weitere 393.000 Euro Fördermittel der ILB über den Landkreis an die Stadt Lübben ausgereicht werden.

Zusammenfassend konnten seit 2021 im Landkreis Dahme-Spreewald eine Vielzahl an Projekten für die Radverkehrsinfrastruktur durch den Landkreis oder mit Unterstützung des Landes Brandenburg umgesetzt werden. Hinzu kommen die eigenen Projekte der Gemeinden, welche ebenfalls zur signifikanten Verbesserung der Radinfrastruktur im Landkreis beitragen – wie beispielsweise die Fahrradparkhäuser an den Bahnhöfen in Eichwalde oder Lübben.

Auch für die weitere Zukunft werden Radweginfrastrukturen durch den Landkreis Dahme-Spreewald geplant. Dazu zählen zum Beispiel der Radweg zwischen Mittenwalde und der Grenze zum Landkreis Teltow-Fläming (in enger Abstimmung mit dem Nachbarlandkreis), die Radvorrangroute zwischen Königs Wusterhausen und dem BER – hier soll in Abhängigkeit von Fördermitteln 2027 mit dem 1. Bauabschnitt begonnen werden – oder der geplante Radweg von Teurow nach Halbe an der Kreisstraße K 6148. Damit werden derzeit rund neun Kilometer neue Radwege in Trägerschaft des Landkreises geplant.

Warum konnten nicht alle Radverbindungen aus dem Radverkehrskonzept realisiert beziehungsweise angestoßen werden? Und warum ist es so schwierig, einen Radweg zu bauen?​

Diese Fragen stellen sich viele Bürger. Die Kosten für einen Radweg liegen zwischen 600 und 900 Euro pro laufendem Meter. Außerorts kosten Radwege im Schnitt 500 Euro pro Meter. Viele Straßenbaulastträger, etwa kleine Gemeinden, können diese Kosten nicht selbst aufbringen und sind auf Förderungen angewiesen, selbst bei kleinen Projekten. Andere Straßenbaulastträger, wie beispielsweise der Landesbetrieb Straßen, haben eine enorme Fläche zu versorgen und müssen Prioritäten bei der Umsetzung festlegen. 

Weiterhin binden die Planung und der Bau eines Radweges enorme personelle Kapazitäten und benötigen beispielsweise lange Zeiträume für den Grunderwerb, für die Umsetzung naturschutzrechtlicher Forderungen oder für einfache Abstimmungen zwischen unterschiedlichen Trägern öffentlicher Belange. Ein Bürokratieabbau wird vielerorts gefordert, ist aber nicht einfach zu realisieren. Vor dieser Herausforderung steht auch der Landkreis Dahme-Spreewald. Deshalb engagiert sich der LDS in einem Projekt der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Brandenburg (AGFK) zur Prozessverbesserung bei der Planung und dem Bau von Radwegen.

Warum sind diese Projekte nicht sichtbar beziehungsweise werden so schwer wahrgenommen?

Leider nimmt die Öffentlichkeit oftmals nur negative Aspekte wahr, wenn es zum Beispiel zu Zeitverzögerungen bei der Realisierung der einzelnen Radprojekte kommt. Kleine Erfolge und Fortschritte im Radwegenetz bekommen weniger Aufmerksamkeit. Dabei sind es genau diese kleinen Schritte, die zum erfolgreichen, vollumfänglichen, straßenbaulastträger-übergreifenden Radnetz im Landkreis Dahme-Spreewald beitragen. Der Landkreis wird sich weiterhin engagiert für Radinfrastrukturen im Landkreis einsetzen, sei es in der landkreiseigenen AG Rad, in der AGFK Brandenburg oder in den regelmäßigen Abstimmungsrunden mit dem Landesbetrieb Straßenwesen und den Nachbarlandkreisen.

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