Rapserdfloh in Brandenburg: Winziger Käfer, großer Schaden
Brandenburgs Landwirte sorgen sich um junge Rapsbestände. Der Rapserdfloh verursacht bereits kurz nach dem Auflaufen deutliche Fraßschäden und erschwert den Anbau der wichtigen Kultur.
Brandenburgs Rapsbauern haben derzeit einen kleinen, aber gefräßigen Gegner: den Rapserdfloh. Die nur wenige Millimeter großen Käfer fressen Löcher in Keimblätter und junge Blätter. Dadurch wird die für das Wachstum wichtige Blattfläche und Photosyntheseleistung reduziert. Stark befallene Pflanzen können in ihrer Entwicklung zurückbleiben oder sogar absterben.
Besonders problematisch ist der Schädlingsbefall für die gerade aufgelaufenen Bestände. Lückige Flächen, höhere Ausfallrisiken und sinkende Erträge können die Folge sein. Der Rapserdfloh gehört übrigens nicht zu den Flöhen, sondern zur Familie der Blattkäfer.
Weniger Möglichkeiten beim Pflanzenschutz
Die Landwirte sehen sich gleichzeitig mit zunehmend eingeschränkten Möglichkeiten zur Bekämpfung konfrontiert. Für Rapserdfloh und seine Larven steht nach Angaben des Landesbauernverbandes nur noch ein synthetischer Wirkstoff zur Verfügung, der zudem erst ab einer bestimmten Schadschwelle eingesetzt werden darf.
Landwirt Stefan Bernickel aus der Uckermark kritisiert die Entwicklung: „Seit Jahren darf eine Beizung des Saatguts die jungen Pflanzen nicht mehr schützen.“ Stattdessen müsse der verfügbare Wirkstoff mit der Spritze ausgebracht werden. Das bedeute mehr Aufwand und Kosten – bei aus seiner Sicht gleichzeitig geringerer Wirkung.
Im weiteren Verlauf der Saison können dem Raps zudem weitere Schädlinge wie Kohltriebrüssler und Kohlschotenmücke zusetzen.
Raps unter wirtschaftlichem Druck
Die Schädlingsproblematik trifft die Landwirte in einer ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Situation. Brandenburgs Rapsanbauer erzielten in diesem Jahr durchschnittlich nur rund 2,1 Tonnen pro Hektar. Nach Angaben der Landwirte sind etwa drei Tonnen nötig, um die Kosten zu decken.
Dabei ist Raps eine wichtige Kultur für die Betriebe und ein bedeutender Rohstoff für die Lebensmittel-, Futtermittel- und chemische Industrie. „Wir müssen darüber sprechen, wie wir den Raps in unserer Fruchtfolge erhalten können“, betont Bernickel. „Wir verlieren sonst eines unserer wichtigsten Standbeine.“ Die Landwirte fordern deshalb neue Pflanzenschutzlösungen, die wirksam, umweltverträglich und zugleich finanzierbar sind.
Vier Mitgliedsbetriebe des Landesbauernverbandes Brandenburg wollen auf die aktuelle Situation aufmerksam machen und über die Herausforderungen des Rapsanbaus berichten. Ihr Ziel ist eine sachliche und lösungsorientierte Diskussion darüber, wie der Raps auch künftig in Brandenburg angebaut werden kann.






