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Sonntag, 6. September 2026

Rettung für Knoblauchkröte & Co.​

Dahme-Heidesee, Prieros
Ein Frosch der auf einem Eimerrand sitzt
An drei Amphibienschutzzäunen im Naturpark Dahme-Heideseen landeten tausende Tiere - besonders Erdkröten - in den Eimern und konnten von den freiwilligen Helfern über die Straßen begleitet werden. ​ Foto: Ulrich Schröder

Rettung für Knoblauchkröte & Co.​Amphibienschutzzäune im Naturpark Dahme‑Heideseen: Ehrenamt rettet trotz Trockenheit tausende Kröten, Frösche, Unken und Molche.​

Jedes Jahr stellt die Naturwacht Amphibienschutzzäune auf, um wandernde Kröten, Frösche und Molche vor dem Straßentod zu bewahren. Entlang stark befahrener Straßen im Naturpark Dahme-Heideseen ermöglichen die temporären Zäune den Tieren einen sicheren Weg von ihren Überwinterungsquartieren zu den Laichgewässern.​

In diesem Jahr wurden drei Amphibienschutzzäune durch die Naturwacht koordiniert: in Limsdorf, wo bereits seit 2001 jährlich ein Zaun steht, am Lebbiner See (seit 2025) sowie in Wulfersdorf, wo 2026 erstmals ein Amphibienschutzzaun aufgestellt wurde. Der Auf‑ und Abbau sowie die tägliche Kontrolle der Zäune wären ohne den Einsatz einer Vielzahl ehrenamtlicher Helfer nicht möglich gewesen.

Unter den Amphibien, die von den Engagierten an den Amphibienschutzzäunen gefunden wurden, waren auch einige Knoblauchkröten dabei. Foto: Johannes Müller

Amphibien zählen bundesweit zu den Artengruppen mit den stärksten Bestandsrückgängen, so auch im Naturpark Dahme-Heideseen. Für ihren Fortpflanzungserfolg sind strukturreiche kleine und mittelgroße Gewässer entscheidend, die mindestens bis in die Sommermonate Wasser führen. Doch Klimawandel, veränderte Niederschlagsmuster, steigende Verdunstung, Entwässerung, Verlandung und Verbuschung sowie eine mechanisierte Landnutzung verschlechtern vielerorts die Lebensbedingungen der Amphibien. Zusätzlich stellt der Straßenverkehr durch die Zerschneidung der Lebensräume eine der größten Gefahren für wandernde Amphibien dar. An dieser Stelle setzen die Amphibienschutzzäune an. „Durch die regelmäßigen Kontrollen und das sichere Übertragen der Tiere können die engagierten Helfer einer bedeutenden Todesursache vorbeugen und so zum Erhalt ganzer Populationen beitragen. Ihr Einsatz rettet jedes Jahr tausende Tiere und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum praktischen Artenschutz im Naturpark Dahme Heideseen“, erklärt Ranger Marian Beyer.

Die Ergebnisse der Amphibienzahlen für das Jahr 2026 fallen gemischt aus. Am Lebbiner See konnten die Freiwilligen in dieser Saison über 4.300 Amphibien, vor allem Erdkröten, sicher über die Straße bringen. Das entspricht einer Verdoppelung der Zahlen im Vergleich zum vergangenen Jahr. Am Limsdorfer Zaun hingegen sank die Zahl der Amphibien auf ein Viertel des Vorjahres auf rund 200 Tiere. Grund dafür dürfte die Trockenheit im Winter und zur Wanderzeit im Frühjahr sein. 

„Das Laichgewässer war zur Laichzeit im Grunde fast vollständig ausgetrocknet. Unter diesen Bedingungen wandern die meisten Amphibien gar nicht erst los. Das ist natürlich dramatisch für die örtliche Population, denn es gibt für ein ganzes Jahr keinen Nachwuchs“, erklärt Beyer. Am Limsdorfer Zaun registrierte die Naturwacht dennoch weiterhin stark gefährdete Arten wie Kammmolch, Rotbauchunke und Knoblauchkröte.

Am ersteingerichteten Zaun in Wulfersdorf wurden über 50 Tiere, darunter Kamm- und Teichmolche, Knoblauch- und Erdkröten sowie Rotbauchunken, vor dem Straßentod bewahrt, was zunächst als großer Erfolg bewertet wird.

Wer sich im kommenden Jahr an Aufstellung, Kontrolle oder Abbau der Zäune beteiligen möchte, kann sich bei der Naturwacht unter dahme-heideseen@naturwacht.de melden. Das Ranger‑Team informiert rechtzeitig über die Termine.

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