Mehr
Sonntag, 11. Oktober 2026

Rückkehr einer seltenen Art

Heidesee
wildkatze
Obwohl die Wildkatzen sich wieder in Brandenburg ausbreiteten, bleiben sie eine streng geschützte Art.

Im Naturpark Dahme-Heideseen wurde erstmals eine Europäische Wildkatze (Felis silvestris) genetisch bestätigt. Der Nachweis stammt aus dem seit Anfang 2022 laufenden Wildkatzen-Monitoring und zeigt: Der waldreiche Naturpark bietet geeignete Lebensraumbedingungen für diese streng geschützte Art.

Im Rahmen des Monitorings wurden an einem mit Lockstoff präparierten Lockstab bei Briesen Haare gesichert. Die genetische Untersuchung im wildtiergenetischen Labor bestätigte nun die Artzugehörigkeit eindeutig – es handelt sich um eine Europäische Wildkatze. Der Fund entspricht einem C1-Nachweis (Genotyp). Weitere Analysen sollen klären, ob es sich um einen Kuder (Kater) oder um ein weibliches Tier handelt.

Seit 2022 untersucht die Naturparkverwaltung gemeinsam mit der Naturwacht und mit Unterstützung ehrenamtlicher Personen, ob die Europäische Wildkatze im Gebiet vorkommt. Auch der Bundesforstbetrieb beteiligte sich auf der Naturerbefläche Streganz am Monitoring. Belastbare Nachweise sind für den Artenschutz und die Berichtspflichten nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) von hoher Bedeutung. Die EU-Richtlinie legt europaweit verbindliche Standards für den Schutz von Arten und Lebensräumen fest und bildet die Grundlage des Natura 2000-Netzes.

Mit Baldrian auf Katzensuche

Die eingesetzte Methode kommt ohne Fang, Markierung oder andere Eingriffe aus und belastet die Tiere nicht. Im südlichen Bereich des Naturparks wurden insgesamt elf Lockstäbe mit Baldrianessenz präpariert. Wildkatzen reagieren auf den Duft, reiben sich an den angerauten Hölzern und hinterlassen dabei Haare für die genetische Analyse. Zwischen Februar und April werden die Lockstäbe wöchentlich kontrolliert: Lockstoff wird erneuert, Proben eindeutig gekennzeichnet und an ein wildtiergenetisches Labor übergeben. Zum Schutz der Tiere werden keine exakten Fundpunkte veröffentlicht. Neben dem genetisch bestätigten Fund wurde durch einen Jäger an einem weiteren Lockstab bei Teurow ein Videonachweis einer Katze dokumentiert, ohne dass Haare gesichert werden konnten.
Der Naturpark Dahme-Heideseen bietet der Wildkatze mit seinen großen Waldflächen ein geeignetes Lebensumfeld mit ausreichend Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Als Indikatorart belegt ihr Vorkommen die hohe ökologische Qualität und Durchlässigkeit der Landschaft. Die gewonnenen Daten unterstützen die Naturparkverwaltung dabei, Managementpläne und Schutzmaßnahmen künftig gemeinsam mit Partnern wie der Jägerschaft und Waldbesitzenden gezielt weiterzuentwickeln.

Monitoring wird fortgesetzt

Auch wenn die Wildkatze in Brandenburg in den vergangenen Jahren zu den Gewinnern unter den heimischen Wildtieren zählt, bleibt sie eine streng geschützte Art. Als Anhang IV Art der FFH-Richtlinie gehört sie zu den europaweit besonders zu schützenden Tierarten. Ihr größtes Problem ist die starke Zersiedelung der Landschaft, gefolgt vom Straßenverkehr, der zu den häufigsten Todesursachen zählt. Hinzu kommt eine hohe Jungensterblichkeit: Nur etwa einer von vier Welpen erreicht das Erwachsenenalter. Aufgrund dieser geringen Reproduktionsrate und der anhaltenden Gefährdungen bleibt die Wildkatze weiterhin auf gezielte Artenschutzmaßnahmen angewiesen. Diesem Ziel dient auch das Wildkatzenmonitoring. Aus dem Monitoring kann abgeleitet werden, wie potenzielle Lebensräume besser vernetzt werden können – etwa durch Waldkorridore oder Grünbrücken über Straßen. Auch der Waldumbau hin zu naturnahen Laub- und Mischwäldern sowie die Wildnisentwicklung können die Rückkehr begünstigen.
Aufgrund der zwei positiven Hinweise in kurzer Zeit – darunter ein genetisch bestätigter Nachweis – wird das Monitoring in den kommenden Jahren fortgeführt. Kontrolleure von Wildtierkameras, Jagdausübungsberechtigte und andere Beobachtende werden gebeten, Bildnachweise von Katzen aus dem Gebiet an die Naturparkverwaltung zu übermitteln – möglichst mit Datum/Uhrzeit und genauer Ortsangabe, gern auch mit GPS-Koordinaten. Solche Hinweise helfen, das Monitoring gezielt zu steuern und weitere Vorkommen einzugrenzen. red

Kinoabend

„Gibt es Gott?“ – Kinoabend mit Popcorn und Hotdogs in Teltow

Ein gemütlicher Kinoabend für alle Interessierten: Am 17. Oktober lädt die Christliche Gemeinde in Teltow, Potsdamer Straße 67, herzlich um...
6ac3693f1343c

Pilotgericht in Königs Wusterhausen gestartet​

Das Amtsgericht Königs Wusterhausen startet ein digitales Verfahren für Fluggastrechte.​ Wer nach einer Flugverspätung, einer Annullierung oder einer Nichtbeförderung eine...
Mucker

So lebte Werder vor 100 Jahren: Geschichten aus der Muckerstube

Wie lebten die Menschen in Werder vor mehr als 100 Jahren? Welche Geschichten erzählen alte Möbel, Haushaltsgegenstände und Küchenutensilien aus...
ein Fruppenbild auf den Zuschauerrängen im Stadion "Alte Försterei" in Berlin zeigt alle Gewinner des Bundeswettbewerbs "machen!2026"

Engagement für Menschen und Umwelt: GAG Klausdorf und WaldWechsel aus Baruth ausgezeichnet

Beim Bundeswettbewerb „machen!2026“ gehörten die GAG Klausdorf und der Verein WaldWechsel aus Baruth/Mark zu den Gewinnern, die am 29. September in...
261008_Melanie Balzer MdL mit Oberstleutnant Torsten Voigt

Bataillonswechsel in Beelitz: Melanie Balzer würdigt Einsatz der Bundeswehr mit deutlichen Worten

Beim feierlichen Übergabeappell des Logistikbataillons 172 in Beelitz wurde das Kommando von Oberstleutnant Torsten Voigt an Oberstleutnant Timo Steffens übergeben....
Eine mobile Gründwand steht auf dem Rathausplatz in Ludwigsfelde.

Bürgerhaushalt Ludwigsfelde 2026: Mobile Grünwand, Inklusionsmatten und mehr Becken am Wasserspielplatz

Die ersten Projekte aus dem Bürgerhaushalt sind schon umgesetzt worden. Die noch offenen Vorhaben sind angestoßen worden. Im Fokus stehen Projekte...
Offcanvas

Teilen Sie uns das doch einfach mit und lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir Ihr Jubiläum werbewirksam in unseren Zeitungen begleiten können.