Straßenbau B96: 55 Alleebäume in Zossen sollen gefällt werden
Gegen die Planungen des Landesbetriebs Straßenwesen für den Ausbau der Stubenrauchstraße in Zossen regt sich in der Stadtpolitik Widerstand, weil die Pläne auch massive Fällungen vorsehen.
Zwar sei es ein wichtiges Vorhaben, sagt Carsten Preuß von der Fraktion SPD-Linke-Grüne/B90 in der Stadtverordnetenversammlung. „Doch in der aktuellen Form würde es bedeuten, dass diese 55 Bäume beiderseits der Straße gefällt werden.“ Preuß sieht darin einen Verlust, der sich nicht einfach ausgleichen lasse. „Denn ein junger Baum ist kein Ersatz für einen alten: Er spendet nicht denselben Schatten, filtert nicht dieselbe Menge Luft, bietet nicht denselben Lebensraum. Er braucht Jahrzehnte, um das zu leisten, was die bestehenden Bäume heute schon tun.“ Zudem sei ein echter Ersatz gar nicht geplant. Denn unabhängig davon, ob fünf Bäume stehen blieben, und neun neue Bäume an der Stubenrauchstraße gepflanzt würden – der überwiegende Teil dieser Allee würde den Plänen zufolge gefällt werden.
Da der Straßenabschnitt der Stubenrauchstraße zu den am stärksten befahrenen Straßen in Zossen gehöre – samt der Beeinträchtigungen für die Anwohner spielten, die 55 gesunden, starken Alleebäume eine wichtige Rolle, ist Preuß überzeugt. „Seit Jahrzehnten prägen sie das Stadtbild für viele Menschen. Sie sind weit mehr als bloßes ‚Straßenbegleitgrün’: Sie spenden Schatten in heißen Sommern, dämpfen den Verkehrslärm der meistbefahrenen Straße der Stadt und filtern Schadstoffe aus der Luft. Sie sind lebendige Klimaanlagen, Lärmschutzwände und Sauerstoffspender zugleich. Ihr Wert lässt sich nicht in Baukosten oder Quadratmetern Asphalt messen, sondern in Lebensqualität, Gesundheit und dem Gefühl, in einer Stadt zu leben, die ihre Natur nicht leichtfertig opfert“, sagt der Stadtverordnete.
Im Bauausschuss wurde bereits einstimmig gefordert, Verhandlungen mit dem Land Brandenburg zum Erhalt der geschützten Alleebäume aufzunehmen.





